… und ein schwaches Buch gescholten

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Dies ist die vierte und letzte Übung aus der ersten Lektion (“Über das Schreiben”) in meinem Creative Writing Kurs (Hintergrund).

Hier soll ich eine kurze emotionale Einlassung auf ein Buch schreiben, welches mich enttäuscht oder meine Erwartungen nicht erfüllt hat.

Gute Bewertungen, überschwängliche Leserkritiken und eine ansprechende Zusammenfassung – es schien wie eine perfekte Urlaubslektüre. Also nichts wie drauf auf die Vormerk-Liste und ab in die Stadt das Buch abholen. Dann schlummerte “Witchmark – Die Spur der Toten” von C. L. Polk noch für etwa anderthalb Wochen in meinem Bücherregal, bis mein Urlaub begann und ich in Stimmung war. Termine abgesagt, Apfeltee zubereitet und auf das Sofa gesetzt! Lesen!

Uff – und dann zog sich alles wie Gummi. Nachdem das Setting etabliert wurde, tröpfelt die Handlung nur so vor sich hin. Der Ton ist anstrengend distanziert und klinisch. Absolut nicht fordernd, Neugier erweckend oder unterhaltsam – echt langweilig. Die durchaus interessante Geschichte wird von der unspannenden Erzählung nach unten gerissen.

Nebenhandlungen: Ja, wichtig und bereichernd normalerweise – hier habe ich sie aber als wahnsinnig unnötig und störend empfunden. Ganz schlimm wird es dann noch, wenn die Gesetzmäßigkeiten der Gesamtgeschichte (z.B. ist Magie nur dem Adel vorbehalten) dort plötzlich nicht mehr gelten. Das verwässert das Universum, bricht die Vorstellung und ist einfach wahnsinnig unnötig. Niemals sollte man aus meiner Sicht für eine gute Handlung die werkimmanente Logik brechen oder auch nur beugen.

Eine coole Grundidee, zerfleddert von Inkonsistenzen und einem Schreibstil, der mir persönlich nicht zusagt. Schade, kein schöner Start in den Urlaub.