Wenn du lange in einen abgrund blickst…

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Kennt ihr das? Ihr zappt Abends durch Twitch und entdeckt ein Spiel, von dem ihr noch nie gehört habt, was euch aber beim Zusehen schon direkt in seinen Bann zieht? So erging es mir mit Stirring Abyss von Sleepy Sentry / K-Project. Entdeckt habe ich es bei (dem ohnehin empfehlenswerten) Writing Bull. Das Setting (unterwasser, düster, cthuloid) spricht mich extrem an und das Genre (rundenbasiertes Rollenspiel und Roguelike-Anleihen) ist perfekt für ruhige Zockabende. Es fasziniert mich so sehr, dass ich es hier sogar kurz empfehlen will.

Stirring Abyss verbindet rundenbasiertes Erkunden und Kämpfen mit Anleihen aus dem Rollenspiel-Genre

In Stirring Abyss übernimmt man die Kontrolle über die Überlebenden einer U-Boot-Besatzung, deren Gefährt in der Tiefsee auf Grund gelaufen ist und die nun in Taucheranzügen den Meeresboden nach Ressourcen durchsuchen müssen, um das Boot wieder instand zu setzen (ja, dass man so tief unter der Meeresoberfläche einfach aus dem derangierte U-Boot aussteigen kann, etc. muss man einfach akzeptieren). Auf einer Karte wählt man die Missionen: Neben ein paar Spezialmissionen geht es dabei vor allem um Story-Fortschritt, Beute-Suche, Rohstoff-Suche oder Taucher-Rettung. Mit einem Trupp aus drei Tauchern macht man sich anschließend auf, die Gegend zu untersuchen und das Missionsziel zu erreichen. Dabei muss man als Spieler beim Ausgeben der verfügbaren Aktionspunkte (jeder Taucher verfügt pro Runde über zwei davon) nicht nur auf die körperliche und geistige Gesundheit der Taucher aufpassen, sondern auch auf eine immer ausreichende Sauerstoffversorgung und genug Bewegungspunkte bis zur rettenden Evakuierung. In den Weg stellen sich den Tauchern allerlei unheimliche Tiefseekreaturen und die gefährliche Meeresflora. Dass wir bei der Suche nach Überlebenden und Rohstoffen auch noch auf Überbleibsel einer alten sovjetischen Expedition und rätselhafte Inschriften und Bauwerke stoßen, dürfte bei den Besatzungsmitgliedern nicht gerade zur Beruhigung beitragen.

Auf der Karte der Kommandozentrale kann man die Missionen auswählen

Außerhalb der Missionen können wir Sektionen des U-Bootes Stück für Stück wieder instand setzen und so einige Annehmlichkeiten für die Besatzung freischalten (z.B. schnellere Regeneration der Gesundheit zwischen den Missionen). Außerdem können wir Ausrüstungsgegenstände für die Taucher herstellen, die sie während der Missionen einsetzen können (z.B. Medikits, Granaten, Harpunen, etc.) und – entsprechende Erfahrungspunkte vorausgesetzt – die Attribute und Fähigkeiten unserer Besatzung verbessern. Darüberhinaus können wir mit gesammelten Hinweispunkten (die bekommt man beispielsweise für das Untersuchen von getöteten Kreaturen) auf dem sogenannten Enigma-Brett Boni für die gesamte Besatzung freischalten. Auch können die Charaktere mit der Zeit Teile ihrer geistigen Gesundheit aufgeben und übernatürliche Fähigkeiten erlernen (z.B. Teleportation, Schutzschilde, etc.). Dies alles hat auch Einfluss auf die globale Fäulnisstufe, die die Stärke und Anzahl der Gegner in den Missionen beeinflusst.

Zwischen den Missionen kann man das Schiff ausbauen und die Charaktere verbessern

Neben dem (sehr netten) Storymodus gibt es außerdem noch ein Endlosspiel.