Katze und Cthulhu

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Vor einigen Wochen ist das Kickstarter-Projekt Gibbous – A Cthulhu Adventure erschienen. Dabei handelt es sich um ein klassisches Point-and-Click Adventure mit 2D Comic-Look in einem humoristisch aufgelockerten Lovecraft-Setting. Und es trifft genau meinen Geschmack.

Wir starten das Spiel als Detective Don R. Ketype (okay, dieser Namenswitz ist ziemlich on-the-nose), welcher in der Stadt Darkham nichts geringeres als das Necronomicon aufspüren und sicherstellen soll. In der örtlichen Bibliothek trifft er auf den zweiten spielbaren Charakter, Buzz Kerwan; bevor sie sich näher kennenlernen können, zündet ein Kultist vor der Bibliothek eine Sprengladung. In dem folgenden Chaos wird Ketype von den Kultisten verschleppt und Buzz stößt auf eine Ausgabe des Necronomicons, welches durch die Wucht der Detonation auf den Boden geschleudert wurde. So richtig mag er allerdings nicht daran glauben – erstmal Feierabend!

Detective Don R. Ketype sucht die Bibliothek von Darkham auf

Fortan schlüpfen wir abwechselnd in die Rollen von Buzz und Ketype. Ersterer liest abends noch aus dem Necronomicon und schafft es so zu Beginn des Spiels seine Katze zu verzaubern, sodass diese sich mit ihm unterhalten kann. Buzz erkennt, dass dieses Buch scheinbar doch nicht so harmlos ist… und das vermutlich wirklich ein Unheil droht, sollte es in die falschen Hände gelangen.

Buzz sucht Hilfe bei einem Voodoo-Meister; die Szene erinnert stark an Monkey Island, darüberhinaus hat der Voodoo-Meister eine starke Ähnlichkeit mit Tim Schafer

Das Spiel erinnert in Sachen Humor und Rätseldesign stark an die früheren Lucas Arts Adventures, ohne jedoch komplett an ihre Qualität heranzureichen. Die grafische Präsentation ist comichaft und sehr detailreich. Die Dialoge könnten einigen Spielern zu ausufernd und die Charaktere zu redselig sein. Mich hat das allerdings nicht gestört, was vor allem an den unzähligen cthuloiden und popkulturellen Anspielungen liegt. Die Entwickler scheinen sich sehr gut im Werk von Lovecraft auszukennen und streuen Zitate und Geschehnisse aus allerlei Kurzgeschichten und Erzählungen ein. Auch stark mit dem Cthulhu-Mythos verbundene Autoren wie August Derleth und Robert W. Chambers und deren Werke werden eingewoben.

Adventure-Spielern und Fans des Cthulhu-Mythos möchte ich dieses Spiel ans Herz legen. Ich mache mich nun daran, den nächsten Abschnitt für meine Call of Cthulhu Rollenspiel-Runde vorzubereiten – eventuell baue ich die ein oder andere Idee aus dem Spiel ein…