In meinem letzten Blogeintrag habe ich schon vom Kampfsystem von Bloodborne geschwärmt; nun bin ich soweit, über das gesamte Spiel schwärmen und es als das beste Machwerk von From Software bezeichnen zu können. Ja, richtig gehört: Besser als Demon’s Souls, Dark Souls und auch Dark Souls 2! Die größte Faszination stellt für mich das Setting und Art-Design dar: Ich stehe unheimlich auf düstere Monster-Geschichten alá Lovecraft. Und vom Lovecraft’schen Eldritch-Horror steckt in Bloodborne eine Menge: Werwölfe, Götter, fremdartige Wesen, Blutseuchen, Experimente mit Menschen, Wahnsinn, Einfluss des Mondes, etc.

Zu Beginn finden wir unseren Spielcharakter in einem Krankenzimmer in der Stadt Yharnam wieder, wo er sich einer Blutbehandlung unterzieht. Wobei es sich dabei handelt und warum der Spieler das macht, will ich hier offen lassen. Fest steht auf jeden Fall, dass in Yharnam in dieser Nacht nichts mit rechten Dingen zugeht: Der Mond ist blutrot gefärbt, die meisten Bewohner haben sich in ihren Häusern verschanzt, nur wenige ziehen jagend durch die Stadt (um was zu jagen?). Und dann ist da dieser seltsame Traum, in dem wir erwachen und auf Gehrmann, den Ersten der Jäger, treffen. Die örtliche Kirche, das Krankenhaus und der Adel der Stadt verschweigen ein größeres Geheimnis, dem wir im Laufe der Zeit immer mehr auf die Spur kommen. Wie auch schon bei den Souls-Spielen üblich, muss man als Spieler selbst aktiv werden und Hinweise deuten, eigenständig in Verbindung zueinander bringen und Licht in alle Vorkommnisse bringen. Ein Fest für Gedankenspiele. Die Welt hält jede Menge zum Entdecken bereit und man erkundet neben der viktorianisch angehauchten Stadt Yharnam noch ältere Stadteile, kleinere Dörfer vor der Stadt, Wälder und Katakomben. Alles, was das Herz begehrt :).

Gespickt sind alle Bereiche mit fordernden, aber fair agierenden Gegnern. Wenn man nach einem verlorenen Bosskampf die Konsole ausschaltet, kämpft man im Kopf weiter. Man denkt sich Taktiken aus, liest in Online Foren (meine erste Anlaufstelle sind das altbekannte Fextralife-Wiki und natürlich Reddit) und fiebert dem nächsten Spielstart entgegen, wie man es seit den Kindheitstagen nicht mehr kannte. Bosse, die so schwierig sind, dass sie einem beim Fortschritt mehrere Tage behindern können – zunächst frustig, aber anschließend unglaublich befriedigend. Und überhaupt: Bosse, die man mehr als dreimal angehen muss, die einen richtig fordern ohne einen dauerhaft zu frustrieren; wo gibt es sowas heutzutage noch? Eben.

Neben der normalen Story, gibt es die Möglichkeit, zufallsgenerierte (prozedural) Dungeons alleine oder mit anderen Online-Mitstreitern zu durchstreifen. Dort warten völlig neue Level, Gegner und sogar völlig unbekannte Bosse auf einen. Als Belohnung winken extra starke Waffen und Rüstungen sowie Handwerksmaterialien und Runen (zum Verstärken von Waffen und dem Charakter selber). Die altbekannten Covenants sind ebenfalls wieder vorhanden, sowohl PvP- als auch PvE-zentrierte.

Dieses Spiel ist wirklich jedem ans Herz gelegt, der sich völlig auf Spielwelten einlassen kann und gerne in ihnen versinkt. Leute, die auf gut durchdachtes Level- und Gegnerdesign stehen und den Willen haben, sich in einem Spiel voranzuarbeiten. Wer die Souls-Spiele liebte, kann bedenkenlos zugreifen; alle anderen sollten zumindest mal einen Blick drauf werfen. Um einen kleinen Einblick zu bekommen, hier zwei Bosskämpfe von mir. Pater Gascoigne ist einer der ersten, das Darkbeast Paarl ist in der zweiten Hälfte des Spiels anzutreffen. Wie man sehen wird, ist das Spiel auch grafisch extrem ansprechend :).