Alte Schule: Legend of Grimrock

„Sternenschweif“, „Schicksalsklinge“, „Schatten über Riva“ – wer bei diesen Namen an durchspielte Nächte mit packenden Geschichten und an große Rollenspiele denkt, liest diesen Beitrag hier zu Recht. Denn ich möchte kurz auf ein Spiel von den Indie-Entwicklern Almost Human hinweisen.

Dieses Spiel heißt „Legend of Grimrock“ und ist seit dieser Woche für den PC verfügbar. Es handelt sich um ein echtes „Oldschool“-Computer-Rollenspiel wie eben den alten „Das Schwarze Auge“-Spielen und der „Lands of Lore“-Reihe. Mit einer Gruppe von vier Personen bewegt man sich aus der Ego-Perspektive in diskreten Schritten (keine kontinuierliche Steuerung) durch einen riesigen Dungeon. Die Bewegungen sind limitiert: Links drehen, rechts drehen, vor, zurück, links, rechts. Dazu kommt noch die Maus, um mit einem Klick auf die Charakterbildschirme Angriffe auszuführen, oder die Ausrüstung der Gruppe zu verwalten.

Hauptsächlich dreht es sich in dem Spiel um das Erkunden der weitläufigen Höhlen des namensgebenden Grimrock, um am Ende die Gruppe zurück ins Tageslicht zu führen. Dabei gilt es, viele Rätsel zu lösen und Kämpfe mit Geschick zu überstehen. Man sollte kein modernes Spiel oder große Innovationen erwarten – das Spiel gleicht seinen Vorbildern von damals, mit allen Stärken und Schwächen. Deshalb auf jeden Fall nur für Fans des Genres zu empfehlen; aber die werden auf jeden Fall ihren Spaß haben.

Aus meiner Sammlung gekramt: Die DSA-Rollenspiele Schicksalsklinge und Sternenschweif

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Vessel: Puzzlespiel mit Macken

Im Laufe der Osterfeiertage habe ich mir spontan bei Steam den Puzzle-Platformer Vessel gekauft. Dabei handelt es sich um ein Spiel im Stile von Braid und Toki Tori, obwohl es jedoch ganz klar nicht deren Qualität erreicht. In dem Spiel von den Indie-Entwicklern Strange Loop Games steuert man den Forscher M. Arkwright in einer klassischen 2D-Sidecroll-Ansicht durch seine Labore und muss allerhand Rätsel lösen, welche sich vor allem um physikalische Effekte und fluide Stoffe drehen.

Den Hintergrund für die ganzen Rätsel bildet eine Erfindung von Arkwright: Die Fluro-Arbeiter. Bei einem Fluro handelt es sich um einen flüssigen Roboter, welcher vollautomatisiert allen möglichen Aufgaben nachgehen kann, ohne Fehler zu machen oder müde zu werden. Mit Hilfe von Wasser und einem kleinen Automaten, kann der Spieler diese Fluros herstellen und sie über verschiedene Schalter, Wippen und Hebel schicken, um die Rätsel eines Levels zu lösen. Ein Level füllt im Grunde einen kompletten Bildschirm aus, durch den man seine Spielfigur bewegen kann. Mehrere Level werden zu einer thematisch und stylistisch zusammenhängenden Stage zusammengefasst – die Übergänge zwischen den Leveln/Bildschirmen sind fließend (haha!), nur zwischen den einzelnen Stages wird kurz nachgeladen.

Ist es am Anfang noch die Aufgabe des Spielers, Arkwright mit allerlei simplen Schalter- und Physik-Rätseln zurück in sein Labor zu führen (er wurde von einem Fluro ausgesperrt), nimmt die Komplexität der Rätsel im Laufe der Zeit zu: Mit geschickt geschalteten Lichtern muss man die Fluros quasi zeitgesteuert auf die Apparaturen bewegen und auch andere Fluide als Wasser zum Lösen von Rätseln einsetzen, wobei jedes seine eigenen Flußeigenschaften hat. Dies ist auch ganz klar eines der Hauptfeatures des Spiels: Die simulierten „fluid mechanics“ – wie der Entwickler sie nennt. Die Flüssigkeiten fließen, spritzen und wirbeln durch die 2D-Level und gehorchen der gut umgesetzten Physikengine aufs Wort. Am besten kann man das Flußverhalten mit dem aus dem Playstation 3 Spiel PixelJunk Shooter vergleichen.

Leider werden die Rätsel mitunter sehr repetitiv und zuweilen auch unlogisch, sodass es im späteren Spielverlauf öfters mal dazu kommt, Rätsel durch ein (zu leicht mögliches) Austricksen der Spielmechanik zu lösen, anstatt die von den Entwicklern offensichtlich angedachte Lösung zu liefern. Dies lässt den Spieler eher unbefriedigt zurück. Des Weiteren ist die Steuerung sehr schwammig und es ist eine deutliche Verzögerung zwischen Tastendruck und Reaktion der Spielfigur zu spüren. All diese Punkte verhindern, dass ich Vessel eine längere Zeit am Stück spielen kann. Alles in allem also kein überragendes Spiel, aber für zwischendurch – vor allem für Fans von Puzzle-Platformern – nicht zu verachten.

Serientipp: Breaking Bad

Über die Osterfeiertage schaue ich momentan eine Menge Serien. Dabei beschränke ich mich nicht nur, wie bisher meistens, auf mir bekannte Serien, sondern habe auch mal Tipps von Bekannten berücksichtigt. Nachdem ich letztes Wochenende die erste Staffel von „Game of Thrones“ beinahe am Stück geschaut habe (eine Serie, über die man glaube ich nicht mehr viele Worte verlieren muss), war dieses Wochenende die Serie „Breaking Bad“ dran. Genauer gesagt: Die ersten beiden Staffeln. Hier wird nichts gespoilert, was über die grobe Handlung der ersten Folge hinausgeht.

„Breaking Bad“ ist die neue Serie von Vince Gilligan, einem der Produzenten von „Akte X“. Erzählt wird das Abrutschen des überqualifizierten Chemielehrers Walter White in die kriminelle Szene. Um seine Frau Skyler und seinen behinderten Sohn Walter Jr. ein finanziell abgesichertes Leben bieten zu können, arbeitet er nach seinem Unterricht abends noch in einer Autowaschanlage. Alles läuft eigentlich super, die Familie ist glücklich. Dann jedoch erhält Walter die Diagnose Lungenkrebs im fortgeschrittenen Stadium – inoperabel. Er „wacht auf“ (wie er selber sagt) und entschließt sich, sein chemisches Wissen dazu zu nutzen, das reinste Crystal Meth der ganzen Stadt zu produzieren und zu verkaufen. Damit will er seiner Familie (seine Frau erwartet über dies auch noch ein Kinde von ihm) eine gesicherte Zukunft nach seinem Tode bieten. Als Unterstützung für seinen Einstieg in das Drogengeschäft wählt er sich seinen ehemaligen Schüler Jesse Pinkman, der als Dealer tätig werden soll. Das Ganze gewinnt zusätzlich an Spannung, da Walter alles dafür tut, sein normales häusliches Leben mit seiner Familie aufrecht zu erhalten. Außerdem arbeitet sein Schwager Hank als Einsatzleiter bei der Drogenbehörde DEA.

Während die erste Staffel noch die Anfänge und ersten Versuche von Walter und Jesse zeigen, in der Szene Fuss zu fassen, gewinnt die zweite Staffel nochmals an Tempo und es fällt Walter immer schwerer, seine Machenschaften geheim zu halten und gleichzeitig in der Drogenszene zu bestehen. Selten habe ich eine Serie gesehen, wo mich jeder einzelne Charakter so dermaßen zu fesseln vermag. Das liegt zum einen an der Genialität der Drehbuchschreiber, die es verstehen (und vom Sender die Chance erhalten) eine hochkomplexe Handlung auch staffelübergreifend immer weiter zu flechten, ohne dass sie aufgesetzt oder unrealistisch wirkt. Jeder Schritt und jede Aktion von Walter ist total verständlich, der Zuschauer steckt wie Walter ständig in einem moralischen Dilemma – man mag Walter, kann seine Motive verstehen, aber kann sein Verhalten richtig sein? Und da wären wir auch schon beim zweiten Grund für die Genialität der Serie: Die Darsteller! Bryan Cranston spielt Walter White und erhielt für seine Darstellung bereits drei Emmys in Folge als bester Schauspieler in einer Dramaserie. Sein Spiel reißt einen echt vom Hocker, er ist so authentisch, dass man versucht ist zu glauben, dass Cranston in der Rolle endlich mal so sein kann, wie er privat gerne wäre. Auch die Leistung von Aaron Paul – welcher Jesse Pinkman spielt – ist überragend. Seine Darstellung des naiven, drogensüchtigen Ex-Schülers ist ebenfalls sehr plastisch.

Alles in allem lebt die Serie vor allem von der dichten Handlung und den hervorragenden Schauspielern, dem mit der Zeit immer mehr bröckelndem Geheimnis von Walter vor seiner Familie und der Faszination an der brutal dargestellten Meth-Szene. Mich persönlich faszinieren auch die vielen eingestreuten Chemie-Wissenshappen. Die Serie hat gerade ihre vierte Staffel beendet, die fünfte wird die letzte sein. Auf DVD gibt es bereits alle vier bisher gesendeten Staffeln, auf Bluray die ersten beiden – drei und vier erscheinen im Juni. Für jeden Serienfan ein absolutes Muss!

Willkommen zurück!

Willkommen bei meinem kleinen Relaunch-Versuch. Vor einiger Zeit habe ich meinen alten Blog nach fast sieben Jahren aufgegeben. Ich habe das letzte Jahr über fast nur noch maximal drei Zeilen lange Beiträge geschrieben, die sehr lieblos daher kamen. Mir fehlte einfach der Antrieb und die Zeit das Ganze wie gewohnt weiter zu führen. Auch die ganze Struktur und das Layout des alten Blogs waren mir viel zu schwerfällig und „wuchtig“ geworden. Daher vor einigen Wochen der Entschluss, den Blog sterben zu lassen.

Allerdings packt mich nun in den ein oder anderen Momenten doch wieder eine Schreiblust – daher die Entscheidung, einen komplett neuen Blog hochzuziehen, der vollkommen unabhängig von den alten Beiträgen wachsen wird. Mit minimalistischem Design und keinerlei Anspruch auf regelmäßige Updates. Was mir einfällt und was ich mitteilen will, kommt hier hinein – egal wie selten das sein sollte. Der alte Blog ist als Archiv immer noch unter der alten Adresse verfügbar, ich habe WordPress entsprechend konfiguriert.

Auch befinde ich mich hier noch in der Findungsphase – Design und technischer Unterbau stecken noch in den Kinderschuhen. Mal sehen was die Zeit so mit sich bringen wird!