Nidhogg – nicht nur der Name des Drachen der in der nordischen Mythologie an den Wurzeln des Weltenbaums Yggdrasil nagt – sondern auch der Name eines ungemein spaßigen Indie-Spiels von Mark Essen für den PC aus dem Jahre 2010. In spartanisch anmutenden 8-Bit Arenen, die sich horizontal über mehrere Bildschirme erstrecken, stehen sich zwei Kontrahenten gegenüber. Ziel der mit einem Schwert ausgerüsteten Recken: Am Gegner vorbei bis zum letzten Bildschirm gelangen und dort von Nidhogg aufgefressen werden. Die meisten erahnen es schon: Am meisten Spaß macht Nidhogg gegen einen menschlichen Mitspieler.

Die Spielfigur kann springen, sich ducken und mit dem Schwert zuschlagen. Ein paar spezielle Kniffe machen das Gameplay durchaus abwechslungsreich: Das Schwert lässt sich werfen und außerdem in drei verschiedenen Haltungen (hoch, normal und niedrig) halten. So ist der Gegenspieler gezwungen, Schwerthiebe manuell abzuwehren, denn: Ein Stich ist tödlich. Hat man sein Schwert weggeworfen, läuft man schneller und man kann immer noch mit den Fäusten zuschlagen – was jedoch auf Grund der geringeren Reichweite gegen einen Spieler mit Schwert fast immer tödlich verläuft. Herumliegende Schwerter können wieder aufgesammelt werden. Außerdem besteht die Möglichkeit den Gegner auf dem Boden liegend auszuschalten oder ihm einen Fußtritt während eines Sprungs zu verpassen. Natürlich reicht es nicht, den Gegner ein einziges Mal zu besiegen – auf dem Weg zu Nidhogg spawnt dieser nämlich immer wieder auf eurem Weg und versucht seinerseits euch zu eliminieren und in die entgegengesetzte Richtung zu rennen. Dies sorgt für jede Menge Multiplayerspaß, trotz der meiner Meinung nach doch relativ eintönigen Level (sich selbst auflösender Boden, Abgründe und Vorsprünge zum Hochspringen sind da das Höchste der Gefühle).

Apropos Multiplayer: Dieser geht lokal und über das Steam Netzwerk. Bei letzterem ist das gezielte Spielen gegen einen Freund und die Benutzung eines Matchmaking-Systems möglich. Das Spiel über das Netz hat allerdings noch enorme Kinderkrankheiten; deutlich spürbare Lags und eine verzögerte Eingabe trüben dort den Spielspaß. Für einsame Spieler bietet das Spiel auch einen Singleplayer-Modus.

Trotz des happigen Preises von knapp fünfzehn Euro will ich hier eine klare Kaufempfehlung aussprechen. Seit Broforce habe ich nicht mehr soviel Spaß im Multiplayer gehabt. Hier außerdem noch ein wenig Bewegtbild :).