Seit gestern ist der Film Indie Game: The Movie der beiden Filmemacher James Swirsky und Lisanne Pajot endlich erhältlich. Nachdem er in diesem Jahr auf dem Sundance Film Festival den Cinema Documentary Editing Award erhalten hat, habe ich ihn bei Steam vorbestellt. Durch die Tatsache, dass es eine der wenigen ernstzunehmenden Dokumentationen mit dem Thema Videospiele zu werden schien, verfolgte ich Nachrichten zu diesem Projekt schon länger. Gestern Abend schließlich konnte ich ihn laden – geguckt habe ich ihn gerade eben. Grund genug, meine ungefilterten Eindrücke direkt mal nieder zu schreiben.

Das offizielle Poster zum Film
Das offizielle Poster zum Film

Der Film begleitet die vier Programmierer Jonathan Blow (über welchen ich in meinem alten Blog schon einen Beitrag geschrieben habe), Edmund McMillen, Tommy Refenes und Phil Fish bei ihrer alltäglichen Arbeit als Indie-Spielentwickler. Einen besonderen Reiz zieht der Film aus der Tatsache, dass die vier Enthusiasten an unterschiedlichen Stationen ihrer Indie-Karriere stehen und somit unterschiedliche Blickwinkel auf die Szene liefern. Jonathan Blow hat sein Spiel Braid schon längere Zeit auf dem Markt und berichtet über seine Erfahrungen der letzten Monate nach der Veröffentlichung. Für McMillen und Refenes steht die Veröffentlichung ihres Spiels Super Meat Boy kurz bevor – wir als Zuschauer erhalten einen guten Einblick in die anstrengende Arbeit und die unbändige Leidenschaft der Entwickler kurz vor der Fertigstellung des Projekts. Der letzte Entwickler im Bunde, Phil Fish, steht noch früher im Produktionsprozess: Sein Spiel FEZ soll in Kürze zum ersten Mal einem größerem Publikum vorgestellt werden. Noch droht ihm durch einen Rechtsstreit mit einem ehemaligen Partner der finanzielle Ruin.

Die drei Geschichten werden im Film abwechselnd in einzelnen Episoden erzählt. So entsteht eine vielseitige und für Szene-Interessierte durchgehend spannende Dokumentation, welche neben viel Licht auch viel Schatten offenbart. Darüberhinaus ist es interessant zu sehen und zu hören, wie die Menschen hinter den jeweiligen Spielen so ticken und was sie von sich persönlich eingebracht haben – Spieler dieser Spiele sind hier ganz klar im Vorteil (kleiner Tipp für Nicht-Spieler: Kauft euch diese Spiele! Sie alle sind bereits auf dem Markt erhältlich und alle drei sind echte Perlen!). Die Einblicke in das Privatleben, die Arbeitsweise und den persönlichen Antrieb der Entwickler machen den Film durch und durch sehenswert – auch für Nichtspieler und Aussenstehende.