Der Nachfolger meines Lieblings-Horrorspiels ist wesentlich subtiler als der Vorgänger, erfordert mehr Einsatz des Spielers und verlagert den Schwerpunkt des Schreckens vom Gameplay ins Storytelling. Nichts verdeutlicht dies mehr als der vollkommene Wegfall der Gesundheitsanzeige, des Inventarsystems und des begrenzten Laternenlichts. Das kann man mögen, muss man aber nicht. Ich mag es.

Amnesia: A Machine for Pigs ist anders, deutlich anders. Wo The Dark Descent den Spieler immer mehr in einen Lovecraft’schen Wahnsinn trieb und dies durch dunkle Gänge, skurrile Gestalen und drastische Darstellungen erreichte, ist der Nachfolger von The Chinese Room (u.a. Dear Esther) heller und ruhiger; hat mehr Ebenen als den (immer noch vorhandenen) Lovecraft-Horror. Der Schrecken und Wahnsinn entfaltet sich durch die vielen zu findenden Schriftstücke und viele Rückblicke direkt im Kopf des Spielers. Dieser verkörpert den Industriellen Oswald Mandus, der Neujahr 1899 (sechzig Jahre nach den Geschehnissen von The Dark Descent) in seinem Bett aufwacht und sich an Nichts erinnern kann. Er hört die Stimmen seiner Kinder und macht sich auf, diese zu finden. Überall liegen Schweinsmasken, die Betten der Angehörigen befinden sich in großen Käfigen, Maschinen grollen in der Ferne und bringen das Haus zum Beben. Und das ist alles, was ich verrate. Hier die ersten dreißig Minuten.