Seit gestern Nacht ist für God of War: Ascension Käufer eine exklusive Demoversion von Naughty Dogs kommendem Blockbuster The Last Of Us erhältlich. Heute Morgen habe ich daher mal wieder die Playstation 3 eingeschaltet und den Download angeschmissen. Auf kein anderes Spiel freue ich mich dieses Jahr so sehr wie auf das Survival-Action-Spiel der Uncharted-Macher. So habe ich dieser Demo schon seit Wochen entgegen gefiebert.

Relativ ernüchtert war ich dann, als sie nach (ungelogen!) fünfzehn Minuten auch schon wieder vorbei war. Das fand ich ein wenig mager. Allerdings gibt das Gebotene einen guten Querschnitt durch das Gameplay und vermittelt auch durchaus ein gewisses Spielgefühl. Das Demolevel trägt den Titel „Die Randbezirke“ und man steuert den Mitt-Vierziger Joel, welcher zusammen mit dem auch aus Trailern bekannten Mädchen Ellie und einer mir nicht bekannten Frau namens Tess unterwegs ist, um zum Rathaus einer zerfallenen Stadt zu kommen. Im Verlauf der Demo regnet es und wir laufen, klettern und kriechen durch zerfallene Hochhäuser, sammeln jede Menge Schrott auf und weichen Clickern und Runnern (zwei bekämpfbare Gegner) aus.

Die Bewegung der Spielfiguren ist bedeutend langsamer und realistischer als die des Nathan Drake in Uncharted. Es gibt keine waghalsigen Sprungpassagen oder Kletteraktionen. Die Köperlichkeit von Joel wird sehr gut rübergebracht – etwa wenn er schulterhohe Wände nicht einfach erklettert, sondern sie nur mit Hilfe seiner Begleiter (Räuberleiter) überwinden kann. Oder auch wenn er zum Waffenwechsel oder beim Inventarzugriff in die Hocke geht und seinen Rucksack durchwühlt. Auch das Zeitliche segnet man deutlich schneller als anderswo: Stürze oder offene Konfrontationen mit Gegnern enden so gut wie immer tödlich. Die Autosave-Funktion bewahrt einen jedoch vor größeren Frustpassagen.

Apropos Gegner: Diese sind eine wahre Bedrohung. Die Clicker (Menschen, die der Pilzinfektion schon relativ lange ausgesetzt sind; laut gefundener Broschüre Infektionsstadium 3) sind blind, verfügen jedoch über ein sehr gutes Gehör. Sie kann man mit dem Werfen von Gegenständen ablenken oder sich vorbeischleichen. Mir als Spieler verlangt es durchaus eine Überwindung, völlig ungeschützt auf einen Gegner zuzugehen – ich bin nicht gewohnt, dass Gegner blind sind. Eine offene Konfrontation ist nicht zu empfehlen: Faustschläge oder Hiebe mit gefundenen Gegenständen haben so gut wie keine Wirkung, ohne den Einsatz eines Messers (was danach kaputt ist) oder einer Schusswaffe (Munition ist unglaublich selten) ist dieser Kampf nicht zu gewinnen. Von der Benutzung einer Schusswaffe sei prinzipiell abgeraten, diese lockt auf Grund des Lärms weitere Gegner an. In der Demo sind dies die Runner – Menschen die frisch infiziert wurden (erstes Stadium der Infektion). Diese können sehen, bewegen sich schnell und können ebenfalls Hieb- und Stichwaffen benutzen. Ausserdem treten sie gerne in Gruppen von zwei bis vier Exemplaren auf. Gegen Sie kann man allerdings (zumindest gegen einen gleichzeitig) auch im Nahkampf bestehen. Auf bewaffnete (nicht infizierte) Gegner trifft man in der Demo nicht. Jedoch kann man in einer gefundenen Broschüre noch von Infizierten der Stufe 2 (Stalker; verstecken sich in Ecken und schleichen sich an einen an) und Stufe 4 (Name und Eigenschaften nicht lesbar) erfahren.

Das Gameplay der Demoversion wird bestimmt von sehr gut eingebetteten Dialogen zwischen den Charakteren, dem Durchsuchen der Umgebung nach nützlichen Gegenständen, sowie dem Umschleichen und lautlosen Ausschalten von Gegnern. Sprung- und Kletterpassagen sind sehr rar gesäht. Besonders wichtig scheint das Sammeln von Gegenständen zu sein: Es gibt eine Art Crafting-System, mit welchem man Gegenstände kombinieren und verbessern kann. Als Beispiel sei die Herstellung eines kleinen Medikits aus Alkohol, Lappen und Kordel genannt. Auch die Waffen können verbessert werden (größeres Magazin, etc.) und Skillpunkte (die Demo gibt keinen Aufschluss darüber, wie man sie bekommt) auf Fertigkeiten wie etwa „Schwanken der Waffe“, „Leises Bewegen“, etc. aufgeteilt werden. Auch kleinere Spielereien, wie etwa das kurzzeitige Aufladen der Taschenlampen-Akkus durch Schütteln des Controllers, wenn diese leer sind, sorgen für Atmosphäre.

Technisch ist das Spiel über alle Zweifel erhaben – es sieht meiner Meinung nach sogar noch besser aus als Uncharted 3. Die Animationen und die Grafik lassen Spielfigur und Spielwelt zu einer Einheit verschmelzen und man kann sich problemlos in diese Welt fallen lassen. Das Interface ist minimalistisch gehalten; die aktuell ausgewählte Waffe wird zusammen mit der Lebensenergie unten rechts angezeigt, der Rest des Bildschirms bleibt leer. Hotspots in der Spielwelt werden auf weite Entfernung durch unaufdringliche, kleine weisse Kreise dargestellt und verwandeln sich in Aktionsnähe in das Icon der zu drückenden Taste. Wird man von einem Gegner angefallen oder muss anderweitig schnell reagieren, werden die QTE-Tasten ebenfalls überraschend unaufdringlich auf dem Bildschirm platziert. Inventar und Crafting-Menü sind ebenfalls in schwarz und weiss gehalten und bedecken lediglich das rechte Drittel des Bildschirms.

Ich war skeptisch, warum Sony bei The Last Of Us eine solch restriktive Veröffentlichungs- und Informationspolitik an den Tag legt und selbst das Berichtsembargo bis zum Release-Tag aufrecht erhält, doch die Demo hat mich in meiner Kaufentscheidung bestärkt; sobald ich das komplette Spiel vorliegen habe, gibt es hier im Blog eine ausführlichere Abhandlung. Ein schön kommentiertes Playthrough der Demo findet ihr hier.