Nach längerer Zeit mal wieder ein Eintrag hier im Blog. Weder über ein Spiel, noch über einen Film, sondern über einen Roman. Das ist mir direkt auch mal eine neue Rubrik wert. Inwieweit diese in Zukunft mit Inhalten befüllt wird, kann ich allerdings nicht sagen. Mir fällt es nämlich wesentlich schwieriger über textuelle Medien zu schreiben, als über andere.

Der neue Roman von Heinz Strunk (gibt es nun auch schon seit einigen Wochen) ist es mir jedoch wert. In „Junge rettet Freund aus Teich“ erzählt Strunk – autobiographisch inspiriert – die Geschichte einer Kindheit; sozusagen den letzten Abschnitt seines bisherigen Lebens, den er noch nicht in Romanform aufgearbeitet hat. In drei Teilen erzählt Strunk aus dem Leben des je nach Teil sechs, zehn und vierzehn Jahre alten Mathias Halfpape. Dabei bedient er sich unterschiedlichen Schreibstilen, welche die Gedankenwelt und Denkweise des jeweiligen Alters sehr gut einfangen und ganz deutlich die Entwicklung des Charakters unterstreichen. Inhaltlich bedient sich Strunk scheinbar allerlei Anekdoten und kurzen Abrissen aus seiner Jugend.

Zu Beginn ist Mathias sechs Jahre alt. Seine wichtigste Bezugsperson ist seine Oma, denn seine Mutter ist Musiklehrerin und viel außer Haus. Sein Opa verlässt den Keller tagsüber so gut wie nie. Seinen Vater kennt er nicht, denn dieser ist neu verheiratet. Es ist das letzte Jahr vor der Schule, und schöner könnte sein Leben scheinbar kaum sein. Vier Jahre später ist das Leben schon komplizierter geworden: Das Gymnasium ist die Hölle, was vor allem an sadistischen Lehrern liegt. Auch sonst plagen die üblichen Nöte eines Zehnjährigen; Freundschaften fürs Leben enstehen, allerlei Quatsch wird angestellt. Weitere vier Jahre später ist nichts mehr so, wie es war. Nicht nur die Pubertät, welche ihn und seine Freunde voll unter Kontrolle hat, sorgen für Konflikte: Seine Mutter entwickelt zeitgleich eine manische Depression, sie ziehen vom Land in die Stadt in ein Hochhaus und auch sonst ist nichts wie zuvor.

Das Buch hinterlässt einen am Ende mit einigen Sorgenfalten und einem durchaus schlechten Gefühl – wie mag es wohl weitergehen mit dem Jungen? Wird er mit seinem Leben etwas anfangen können? Zum Glück kann man all das im Bestseller „Fleisch ist mein Gemüse“ nachlesen und festellen, dass es so schlimm nicht geworden ist.

Alles in allem ein unterhaltsames und zugleich zum Nachdenken anregendes Buch, welches nicht „typisch Strunk“ ist, sondern ruhiger und nicht so pointenreich daher kommt. Das alles unterstreicht den autobiographischen Eindruck. Klare Empfehlung nicht nur für Strunk- und „Studio Braun“-Fans.