Als großer „The Walking Dead“-Fan (drauf gekommen bin ich durch die überragende Fernsehserie und mittlerweile lese ich auch die Comics) war das Lizenzspiel von Telltale Games für mich quasi ein Pflichtkauf. Ich habe die komplette Season Anfang des Monats bei Telltale vorbestellt und am Donnerstag dann endlich in die erste von fünf Episoden (erscheinen monatlich) namens „A New Day“ reingespielt. Und ich bin wirklich enorm überascht ob der wirklich überdurchschnittlichen Qualität des Spieles.

Nach den „Zurück in die Zukunft“-Spielen war ich so müde von den ganzen Telltale-Spielen, denen man immer eine ähnlich Machart anmerkte, sodass das zuletzt erschienene „Jurassic Park“ das erste Spiel von ihnen war, welches ich mir nicht gekauft habe. Das es nach dem Release von der Presse zerrissen wurde, gab mir nochmals Recht. Und wäre das neue Spiel nun nicht „Walking Dead“ gewesen – ich hätte es mir vermutlich ebenfalls nicht geholt. Zum Glück kam es anders!

Das Spiel ist kein Adventure im klassischen Sinne – kurz und bündig wäre es mit „Heavy Rain“ im Zombie-Universum von „The Walking Dead“ beschrieben. Das bedeutet sowohl Quick-Time-Events, als auch ein extrem gutes Storytelling und eine unfassbar spannende Handlung. Man selber schlüpft in die Rolle von Lee Everett, welcher sich zu Beginn des Spieles auf der Rückbank eines Polizeiwagens befindet und von einem Beamten aus Atlanta rausgefahren wird. Im Radio und auf der Gegenspur der Autobahn (wo Unmengen an Einsatzwagen Richtung Atlanta unterwegs sind) deutet sich schon das kommende Übel an. In einem Moment der Unachtsamkeit fährt der Polizist einen Infizierten an und verliert die Kontrolle über den Wagen, der im Straßengraben landet. Fortan gilt es, verschiedenste Konfrontationen mit Infizierten zu überleben, Verbündete zu finden und zusammen mit einem kleinen Mädchen ein sicheres Plätzchen zum Überleben zu finden.

Das Spiel lebt von der Nähe zum Vorbild: Comic-Look und drastische Gewaltdartstellung gehören genau so dazu wie die vielen ausgefeilten Dialoge. Man merkt, dass Robert Kirkman intensiv hinter den Kulissen mitgearbeitet hat. Das Spiel schafft gekonnt den Spagat zwischen schnell geschnittenen Action-Passagen mit QT-Events und Shooter-Anleihen und einigen ruhigeren Momenten, wo adventuretypisch mit der Spielwelt interagiert wird und Dialoge geführt werden. Ich kenne nur die PC-Steuerung und diese ist durchaus gelungen: Die Kombination von Tastatur und Maus (WASD zum Steuern der Figur) unterstreicht nochmal, dass dieses Spiel eher Action-Adventure als reines Adventure ist.

Mein Fazit: Nicht nur für Fans der Vorlage zu empfehlen! Auch wer nur wenig Zeit zum Spielen hat und mundgerechte Spielhäppchen sucht, wird mit den 3-5 Stunden langen Episoden seinen Spaß haben.