Im Laufe der Osterfeiertage habe ich mir spontan bei Steam den Puzzle-Platformer Vessel gekauft. Dabei handelt es sich um ein Spiel im Stile von Braid und Toki Tori, obwohl es jedoch ganz klar nicht deren Qualität erreicht. In dem Spiel von den Indie-Entwicklern Strange Loop Games steuert man den Forscher M. Arkwright in einer klassischen 2D-Sidecroll-Ansicht durch seine Labore und muss allerhand Rätsel lösen, welche sich vor allem um physikalische Effekte und fluide Stoffe drehen.

Den Hintergrund für die ganzen Rätsel bildet eine Erfindung von Arkwright: Die Fluro-Arbeiter. Bei einem Fluro handelt es sich um einen flüssigen Roboter, welcher vollautomatisiert allen möglichen Aufgaben nachgehen kann, ohne Fehler zu machen oder müde zu werden. Mit Hilfe von Wasser und einem kleinen Automaten, kann der Spieler diese Fluros herstellen und sie über verschiedene Schalter, Wippen und Hebel schicken, um die Rätsel eines Levels zu lösen. Ein Level füllt im Grunde einen kompletten Bildschirm aus, durch den man seine Spielfigur bewegen kann. Mehrere Level werden zu einer thematisch und stylistisch zusammenhängenden Stage zusammengefasst – die Übergänge zwischen den Leveln/Bildschirmen sind fließend (haha!), nur zwischen den einzelnen Stages wird kurz nachgeladen.

Ist es am Anfang noch die Aufgabe des Spielers, Arkwright mit allerlei simplen Schalter- und Physik-Rätseln zurück in sein Labor zu führen (er wurde von einem Fluro ausgesperrt), nimmt die Komplexität der Rätsel im Laufe der Zeit zu: Mit geschickt geschalteten Lichtern muss man die Fluros quasi zeitgesteuert auf die Apparaturen bewegen und auch andere Fluide als Wasser zum Lösen von Rätseln einsetzen, wobei jedes seine eigenen Flußeigenschaften hat. Dies ist auch ganz klar eines der Hauptfeatures des Spiels: Die simulierten „fluid mechanics“ – wie der Entwickler sie nennt. Die Flüssigkeiten fließen, spritzen und wirbeln durch die 2D-Level und gehorchen der gut umgesetzten Physikengine aufs Wort. Am besten kann man das Flußverhalten mit dem aus dem Playstation 3 Spiel PixelJunk Shooter vergleichen.

Leider werden die Rätsel mitunter sehr repetitiv und zuweilen auch unlogisch, sodass es im späteren Spielverlauf öfters mal dazu kommt, Rätsel durch ein (zu leicht mögliches) Austricksen der Spielmechanik zu lösen, anstatt die von den Entwicklern offensichtlich angedachte Lösung zu liefern. Dies lässt den Spieler eher unbefriedigt zurück. Des Weiteren ist die Steuerung sehr schwammig und es ist eine deutliche Verzögerung zwischen Tastendruck und Reaktion der Spielfigur zu spüren. All diese Punkte verhindern, dass ich Vessel eine längere Zeit am Stück spielen kann. Alles in allem also kein überragendes Spiel, aber für zwischendurch – vor allem für Fans von Puzzle-Platformern – nicht zu verachten.