Nach meiner Thai-Kochkurs-Teilnahme am Anfang des Monats, habe ich nun den Monat mit einem weiteren Kochkurs abgeschlossen. Und dieser war und ist ein echter Geheimtipp. Stattgefunden hat er im Kalenda Music Cafe hier in Duisburg-Ruhrort. Dabei handelt es sich um eine afrikanische Bar mit angeschlossener Küche. Leider gibt es keine Internetseite oder Facebook-Präsenz, die ich hier verlinken könnte. „Kalenda“, dass ist der Familienname des Betreibers Paul Kalenda, welcher uns einen authentischen Einblick in die Küche seiner Heimat gab. Insgesamt waren wir sieben Gäste, allesamt aus der frisch gegründeten Community „Ruhrort Kitchen“, die sich nun alle paar Wochen rotierend bei den verschiedenen Mitgliedern treffen will. Dabei präsentiert der Gastgeber seinen Gästen seine Lieblingsgerichte oder die Küche seiner Heimat. Den Anfang machte heute also Paul mit einem Einblick in die zentralafrikanische/kongolesische Küche.

Begrüßt wurden wir mit einer Orangenlimonade versetzt mit Ingwerwasser und Piri Piri. Ein starker Einstieg, Orange und Ingwer passen erstaunlich gut zusammen; lediglich die zusätzliche Schärfe durch die Piri Piri war mir zu viel und ich musste weiter verdünnen. Anschließend gab es eine kleine Warenkunde über die alltäglich benutzen Grundnahrungsmittel auf dem afrikanischen Kontinent: Maniok, butternut squash (dt. „Butternuss-Kürbis“) und Bananenblätter (gleichzeitig die natürliche Alufolie). Insbesondere die Maniok ist ein unglaublich vielseitiges Nahrungsmittel und ist vergleichbar mit der Kartoffel.

maniok
honeynut squatch
küche

Diese haben wir direkt in verschiedenen Darreichungsformen probiert: Angebraten, gekocht und in Bananenblättern gedämpft. Vor allem die gebratene Variante hat mir sehr gut gefallen. Dazu gab es pürierte Maniok-Blätter, die optisch und geschmacklich sehr ähnlich zu Grünkohl sind. Außerdem gab es am Stück gegarten Tilapia (ein Fisch, schmeckte für mich ähnlich wie Dorade); das war für mich als nicht sehr fischbegeisterter Mensch eine kleine Überwindung, war aber in Kombination super lecker.

Auch wenn diese Nahrung schon sehr sättigend war (die in Bananenblättern eingelegte Variante dient vielen Arbeitern und Reisenden als Proviant) gab es noch einen weiteren Gang. Hier tischte uns Paul einen ausgehöhlten Butternuss-Kürbis gefüllt mit Couscous und Hackfleisch mit Kürbiskernen auf. Das war unglaublich lecker; vor allem der butterweiche Kürbis in Kombination mit dem Hackfleisch war sehr gut. Alle Gerichte wurden komplett ohne Gewürze zubereitet, da diese in Zentralafrika nicht zur Verfügung stehen und daher nicht verwendet werden – der Fakt, der mich am meisten überrascht hat.

Ich kann nicht anders, als die Bar hier weiterzuempfehlen. Vor allem, da es wirklich nicht viel Werbung gibt und auch das äußere Erscheinungsbild der Wirtschaft leider nicht sehr einladend ist. Allerdings arbeiten dort herzensgute Menschen und es gibt neben Speis und Trank auch viel Musik. Über zukünftige Veranstaltungen kann man sich im Kreativquartier Ruhrort informieren. Paul engagiert sich außerdem mit weiteren Kollegen bei der World Africa Initiative.