Die Leiden des Spielleiters

Ich bereite momentan den nächsten Abend unserer Cthulhu Pen and Paper Runde vor. Nach einem von mir erdachten Szenario im Duisburg der 20er Jahre (welches ich momentan für eine Veröffentlichung aufbereite; mehr Infos gerne auf Nachfrage) und einem Füllabenteuer, wagen wir uns nun an eine der offiziellen Kampagnen. Entschieden haben wir uns für Tatters of the King bzw. Königsdämmerung. Obwohl es eine der umfangreicheren Kampagnen ist, soll sie einfach beginnen und sich anschließend in Sachen Komplexität und nötiger Vorbereitung durch den Spielleiter immer weiter steigern; das klingt sehr passend für uns. Ich lege viel Wert auf eine logische Verknüpfung der Abenteuer, so habe ich bereits in meinem Duisburger Auftakt einen Hinweis auf den Prolog von Königsdämmerung versteckt, den die Spieler zum Glück gefunden haben. Somit hatten ihre Charaktere eine starke Motivation, von Duisburg nach London zu reisen und dort direkt den Ort des Geschehens aufzusuchen. Die Reise nach London haben wir ebenfalls ausgespielt; als Reiseabenteuer habe ich Ars Mathematica ausgesucht, das mir auf Grund der vielen parallel stattfindenden Dinge die ein oder andere Schweißperle auf der Stirn bescherte.

Insgesamt stelle ich nun fest, dass die Vorbereitung auf ein vorgefertigtes Abenteuer – oder wie jetzt: eine Kampagne – sehr komplex ist. Was müssen die Spieler wissen, um weiterzukommen? Was dürfen sie auf gar keinen Fall verpassen? Wie stehen die ganzen NSCs zueinander und wie verstricke ich mich beim Leiten nicht in unlogische Widersprüche? Wie verhindere ich das Geben von falschen Hinweisen in komplett falsche Richtungen (in meinem Duisburger Abenteuer entstand so das nicht vorbereitete Krankenhaus, was komplett improvisiert werden musste)? Man muss die Kampagne minutiös durcharbeiten und sich Notizen machen; ich habe mir einen Beziehungsgraphen mit allen NSCs (unterteilt nach Auftrittsort) erstellt und bin mittlerweile der festen Überzeugung, dass es ohne nur sehr schwer möglich ist, die Verflechtungen der Personen in Königsdämmerung immer vor Augen zu haben.

Aber das ist gar nicht das Problem, vor dem ich momentan stehe: Mein jetziges Problem ist der Aufbau des Prologs von Königsdämmerung. Er besteht aus (und das ist auch kein Geheimnis für meine Spielgruppe mehr) einem Theaterstück, welches sich die Charaktere zusammen ansehen können. Naturgemäß findet bei so etwas natürlich wenig Charakterinteraktion statt, während mehrere NSCs auf der Bühne alles geben. Dieses Szenario interessant zu gestalten und nicht in einem ewigen Monolog ausarten zu lassen, ist ziemlich fordernd. Ich habe ziemlich viele Ideen, die hin bis zur totalen Abwandlung des Prologs reichen… eine schwierige Angelegenheit; bis nächsten Sonntag muss eine Lösung her!