Kingdom Come: Deliverance

Dies wird mein einziger Artikel zur vergangenen E3 – Analysen, Rückschauen und Features gibt es auf genug anderen Seiten. Ich konzentriere mich hier auf ein Spiel, was mich sehr beeindruckt hat und ich vorher nicht kannte. Was ich von allen anderen Spielen der E3 halte, habe ich zu Genüge auf Twitter kundgetan :).

Neben dem ganzen – berechtigten – E3-Hype zu Spielen wie The Last Guardian, dem Final Fantasy VII Remake (!) oder Shenmue 3 ist für mich ein Spiel das Highlight, welches vor circa zwei Jahren erstmals bei Kickstarter der Welt vorgestellt wurde: Kindom Come: Deliverance von den Warhorse Studios. Auf das Mittelalter-Rollenspiel wurde ich bei RocketBeans TV aufmerksam, wo die Entwickler zu einem ausgiebigen Plausch zu Gast waren.

Mit Kingdom Come: Deliverance haben sich die Entwickler das Ziel gesetzt, ein Rollenspiel ganz ohne übernatürliche Phänomene und ausgedachte Kriege zu entwickeln. Passend dazu werben sie mit dem Slogan „Dungeons and No Dragons“. Als Vorbild dient Warhorse Studios das Europa zu Beginn des 15. Jahrhunderts. Die Story ist angesiedelt in Böhmen und thematisiert den Bürgerkrieg um das Jahr 1403, welcher nach dem Tode von König Karl IV. das Land erschüttete. Man selber verkörpert einen einfachen Bauern, welcher sich während des Bürgerkrieges auf die Seiten eines Adligen schlägt, um verschiedene politische Interessen durchzusetzen und den rechtmäßigen Herrscher zu befreien.

Auch neben der Story und dem hauptsächlichen Setting hat man sich sehr um Realität bemüht: Der Handlungsort wurde akribisch anhand von Satellitenbildern nachgebaut; die Waffen, Werkzeuge und Berufe dieser Zeit hielten Einzug in das Spieldesign. Kämpfe sind hier keine leichtfüßig anmutenden Auseinandersetzungen zwischen zwei mit Schwerten herumfuchtelnden Kontrahenten, sondern ähneln einem Ring- und Boxkampf, bei welchem erst am Ende das Schwert für einen tödlichen Stoß eingesetzt wird. Zaubersprüche oder -tränke gibt es ebenso wenig wie Fabelwesen oder sonstige fiktive Elemente; auch Dinge wie das Bogenschießen sind realistisch eingebunden: Zielen ist schwer, die Sehne auf Spannung zu halten noch mehr. Distanzen werden entweder zu Fuß oder mit einem Pferd überwunden. Massenkämpfe werden im Trailer angeteast. Außerdem versprechen die Entwickler ein Berufesystem (etwa Alchemist oder Schmied) und Möglichkeiten zum Skillen des Charakters auf bestimmte Fähigkeiten. Allerdings ist zu diesen beiden Punkten noch nicht viel Material aufgetaucht.

Die Idee des Open World Rollenspiels in einem realen Teil der Erde mit einer so echt passierten Geschichte sagt mir ungemein zu. Wie ernst sie das Thema nehmen, wurde für mich in dem oben verlinkten Interview klar als sie erwähnten, dass ein Vollzeit angestellter Historiker zu ihrem Team gehört. Zum Abschluss hier noch der Trailer.