Viel los war vergangene Nacht in der Youtube-Welt und den sozialen Netzwerken: Simon Unge (Betreiber der Kanäle ungespielt und ungefilmt) hat in einem Abrechnungsvideo die Flucht nach vorne angetreten und tritt kräftig auf sein Multichannel-Netzwerk Mediakraft ein. Er sei schon seit einigen Wochen in einer juristischen Auseinandersetzung mit dem Unternehmen, da er sich ungerecht behandelt fühle (mangelnde finanzielle Unterstützung, Löschen von Videos, keine persönliche Erreichbarkeit) und würde daher die Zusammenarbeit mit Mediakraft gerne einstellen. Das Video ist voll mit Anschuldigen an die Geschäftsführung des Networks (explizit ausgenommen sind Partner und Betreuer), die allerdings auf Grund des schwebenden Verfahrens nicht genauer benannt werden können. Auch nennt er andere Youtuber, welche ebenfalls einen laufenden Rechtsstreit mit Mediakraft austrägen oder bereits abgewandert wären, nicht namentlich. Ich persönlich glaube, er hat sich mit diesem Video keinen Gefallen getan: Neben der Tatsache, dass er keinerlei Belege hervorbringen kann, sehr emotional zuweilen auch in die Beleidigungskiste greift, hinterlässt auch die Aufforderung, seinem neuen Kanal zu folgen, einen Faden Beigeschmack zurück. Ein Podcaster, den ich sehr schätze, fasst dies passend zusammen:

Dem gegenüber stehen natürlich die Millionen von Fans und – was mich sehr überrascht hat – so gut wie alle namhaften Youtuber Deutschlands (Gronkh, LeFloid – erst vor kurzem bei Mediakraft ausgetreten -, Dner, ApeCrime und viele andere) beglückwünschen ungespielt für seinen Schritt. Mit Sicherheit kennen sie sich wesentlich besser hinter den Kulissen aus wie ich, dennoch überrascht mich das. ungespielt, der sich als Opfer der Youtube-Kommerzialisierung darstellt und nun mit dem sehr pathetischen Hashtag #Freiheit einen auf Freiheitskämpfer macht – ich bin gespannt wie sich das entwickeln wird. Mediakraft antwortete vor einigen Minuten mit einer Stellungnahme – bildet euch selbst eine Meinung, ich besorge mir schon mal etwas Popcorn für die kommenden Tage :). Einen lesenswerten Artikel zum Thema (erschienen vor den beschriebenen Ereignissen) möchte ich dennoch hier verlinken: Stefan Niggemeier über die Emanzipation der Youtuber.