Da mein neuer Rechner ja leider immer noch auf sich warten lässt, spiele ich momentan vermehrt auf dem iPhone bzw. dem iPad. So ist mir dann auch gestern direkt ins Auge gefallen, dass ein Nachfolger meines Lieblings Tower Defense Spieles veröffentlicht wurde. Das Spiel heisst Fieldrunners 2 und ist meiner Meinung nach das beste Spiel seiner Art auf einem mobilen Endgerät. Der Vorgänger Fieldrunners gab dem Spieler völlig freie Gestaltungsmöglichkeiten der Gegnerroute, indem Türme und Verteidigungsanlagen auf jedem Feld frei platziert werden konnten und die Laufwege der Gegner direkt beeinflussten. Fieldrunners 2 bleibt dieser Design-Entscheidung treu, fügt jedoch mehrere kleine Variationen der Regeln hinzu.

Die erste Änderung, die ins Auge fällt, ist die Tatsache, dass ein Level nicht mehr einfach nun plan und unbebaut ist, sondern natürliche Hindernisse wie Brücken oder Gebäude den Weg der Angreifer, aber auch die Baumöglichkeiten des Spielers, beeinflussen. Zieht sich über eine Karte beispielsweise eine schmale Brücke über einen relativ breiten Fluss, so wird es mit dem Bauen von Geschütztürmen schwer, da diese nicht im Wasser stehen können. Stattdessen müssen dann teurere, aber weitreichendere Raketentürme an den Ufern platziert werden. Die abwechslungsreichen Level bringen also Vor- und Nachteile sowohl für den Spieler als auch für die KI-gesteuerten Angreifer mit sich und bieten sehr viel Abwechslung.

Manche Level beinhalten auch vorgegebene Ziele, etwa dass angreifende Truppen durch bestimmte Dinge umkommen müssen – beispielweise durch im Level platzierte Laser oder Minen. Dann gilt es die Wege geschickt so zu modifizieren, dass die richtigen Gegner in diese Fallen laufen und der Rest möglichst lange dem Beschuss ausgesetzt ist. Dies bringt ein zusätzliches Puzzle-Element mit in das Spiel. Die Steuerung der Bewegungsrichtung der Gegner durch bestimmte, limitierte Felder bietet zudem eine gewisse taktische Tiefe, wenn man beispielsweise schnelle Gegner dazu bringen kann einen Kreispfad mehrere Male zu durchlaufen. Die verbrauchbaren Items aus dem ersten Teil (Minen, Klebestreifen, Zurückspul-Funktion, etc.) sind natürlich auch wieder dabei.

Thematisch ist das Spiel auf eine sehr comichafte Kriegssituation ausgerichtet, die zeittechnisch etwa Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts angesiedelt ist. Die gegnerischen Einheiten bestehen aus Infanteristen, Panzern, Doppeldeckern, Booten (ja, es gibt auch fliegende und schwimmende Einheiten!) und allerlei thematisch verwandten Einheitentypen. Die Karten spielen in kleinen Dörfern oder Städten, auf dem Land, an der Küste oder auch in der Wüste. Die 2D-Comicgrafik ist sehr detailliert und ein wahrer Augenschmaus. Sehr schön finde ich auch die Weltkarte, welche die verschiedenen Schlachtfelder (Maps) miteinander verbindet. Die Sounduntermalung ist ebenfalls von einer hohen Qualität. Gesteuert wird alles durch Drag’n’Drop – Items und Türme werden am Bildschirmrand ausgewählt und ohne Absetzen auf die gewünschte Stelle gezogen.

Zwei Kritikpunkte habe ich dennoch: Erstens gibt es leider keinen Multiplayer und zweitens ist der Schwierigkeitsgrad leider nicht sehr ausbalanciert. Es ist ein ständiges hin und her zwischen „unglaublich schwer“ und „fast zu einfach“. Ich persönlich kann das verschmerzen und werden die kommenden Tage bis zur Ankunft meines neuen Rechners viel Fieldrunners 2 spielen – es ist dabei, das ebenfalls grandiose Magic 2013 auf der Liste meiner meistgespielten iOS-Apps zumindest einzuholen. Das Spiel gibt es für 2,39 Euro für das iPhone (3GS aufwärts), eine iPad-Version ist noch nicht erhältlich, soll laut Entwickler Subatomic Studios aber folgen.