Vor einiger Zeit berichtete ich über das Crowdfunding-Projekt der Krautreporter. Nach einer relativ knappen, aber erfolgreichen, Finanzierungsphase ging das deutsche, unabhängige, digitale Nachrichtenmagazin in der letzten Woche in die Beta-Phase.

Als Unterstützer verfüge auch ich nun endlich über einen Zugang in das Portal. Und ich muss sagen, dass es mir sehr gefällt. Die Seite ist wie ein klassischer Blog aufgemacht, in dem sich die Artikel der Reihe nach einsortieren. Es kann einfach nach Kategorien, Schlagwörtern und Autoren sortiert und gesucht werden. Die Inhalte werden in der mittleren (und größten) der drei Spalten angezeigt; dunkelgrauer Text auf weißem Hintergrund – sehr angenehm zu lesen. Die linke (Artikel- und Autoren-Überblick) und rechte Spalte (Kommentare und Anmerkungen von Lesern) lassen sich auf Wunsch ein- und ausfahren. Ein eigenes Farbschema kann, sofern ich das momentan richtig sehe, nicht ausgewählt werden.

Zwei Punkte, die für mich ein besonderes Potential beinhalten, sind der Aufbau eines großen Informationsnetzwerkes für die Autoren und die Möglichkeit zur absatzweisen Kommentierbarkeit von Artikeln. Ersteres wird beim Anlegen des eigenen Benutzerkontos klar: Dort werden Fragen gestellt wie „In welchen Ländern und Regionen verfügen sie über Kontakte, die sie jederzeit erreichen könnten“ oder „Was ist ihr beruflicher Hintergrund“, etc. – natürlich alles optionale Angaben! Genau so wie die Kontaktmöglichkeiten über Telefon, Mailadresse oder postalische Adresse. Viel Zugriff auf das Schwarmwissen der eigenen Leser. Birgt Potential. Der zweite Punkt, absatzbezogenes Kommentieren, ist mir bisher im Netz völlig neu und ich frage mich, warum man da nicht schon früher drauf gekommen ist: Neben jedem Absatz befindet sich eine kleine Sprechblase über die man seine Kommentare hinterlassen und die der anderen lesen kann. Dafür wird nicht etwa der Text ausgeklappt oder beiseite geschoben, nein, dafür wird die optionale rechte Layout-Spalte benutzt, welche Kommentare beinhaltet und passend zur Artikelposition die Anmerkungen mitscrollt. Auch sehr schön.

Was die Qualität der Artikel angeht kann ich leider noch nichts sagen. Zwar gibt es ein paar kleinere Artikel zu Testzwecken, aber das ist zu wenig um zu einem allgemeinen Eindruck zu kommen. Ich bin immer noch großer Fan des Projektes und seiner Ziele. Und nachdem ich in den letzten Monaten sehr skeptisch wurde, weil die Macher absolut nichts von sich hören ließen und auch die Webseite nicht in Sicht war, hat die jetzige Beta-Phase meine Hoffnungen zurückkehren lassen. Hinweis: Alles was ich in diesem Eintrag geschrieben kann sich natürlich noch ändern; es werden eine Menge Umfragen durchgeführt, um die Seite bis zum richtigen Launch noch zu verbessern. Schaut auf jeden Fall mal rein, wenn es euch interessiert :).