Scharfe Sache – Thailändischer Kochkurs

Ich war gestern bei einem thailändischen Kochkurs; mein erster Kochkurs überhaupt. Und ich muss sagen, dass es mir sehr viel Spaß gemacht hat. Stattgefunden hat das Ganze im Samui Duisburg – einem ohnehin sehr empfohlenen thailändischen Restaurant hier in der Stadt. Von 11 bis 16 Uhr haben wir Gemüseschnitzereien angefertigt und eine eigene rote Currypaste hergestellt, die als Basis für die drei zubereiteten Gerichte auch direkt verwendet wurde. Alle 19 Teilnehmer haben sich am Anfang einander kurz vorgestellt und eine kleine Selbsteinschätzung zur thailändischen Kochkunst gegeben; bis auf wenige Ausnahmen waren wir allesamt blutige Anfänger. Gekleidet in Kochschürze, ging es dann am eigenen, voll ausgestatteten Arbeitsplatz los. Unsere Köchin Pia hat in kleinen Etappen (angucken – nachmachen) die einzelnen Zubereitungsschritte zu jedem Gericht vorgemacht und Informationen zu den verwendeten Zutaten und zur thailändischen Kultur allgemein gegeben. Bevor es bei jedem Teilgericht an die eigene Umsetzung ging, konnte man ihre Kreation probieren, um einen Eindruck vom Geschmack zu bekommen. Auch während des eigenständigen Kochens unterstützte sie uns gezielt.

Besonders interessant fand ich die Herstellung der eigenen Currypaste. Eine solche Paste habe ich nicht nur noch nicht selber hergestellt, auch Gedanken darüber hatte ich mir noch nie gemacht. Die vielen einzelnen Zutaten wie etwa Zitronengras, Chili, Koriandersamen und Knoblauch werden erst klein geschnitten und anschließend in einem Mörser zerstoßen bis nur noch eine cremige Masse übrig ist. Die entstandene Currypaste wurde dann für eine scharf-saure Zitronengrassuppe mit Pilzen (Tom Yum Hed) und für ein Kokos-Gemüse-Curry (Gaeng Pet Pak) verwendet.  War ich bei der Suppe noch etwas übermotiviert mit der Menge der verwendeten Paste (ich habe seit langem nicht mehr etwas so scharfes gegessen!), hielt ich mich bei dem Kokos-Curry etwas zurück. Zwischen Suppe und Kokos-Curry haben wir noch eigene Frühlingsrollen hergestellt. Auch das ging einfach von der Hand: Chinakohl, Karotten und Knoblauch im Wok andünsten und anschließend eingeweichte Glasnudeln zugeben und mit Paprika, Salz, Zucker und Sojasauce abschmecken. Anschließend den (vorhandenen) Teig belegen, korrekt zusammenrollen und -kleben. Anschließend muss die Frühlingsrolle nur 2-4 Minuten im Wok frittiert werden. Einfach und lecker.

Gemüseschnitzereien (Radieschen)
Zitronengras-Suppe
Frühlingsrollen
Kokos-Gemüse-Curry (mit Gemüseschnitzereien)

Am Ende durften wir unsere zubereiteten Speisen natürlich vor Ort verzehren und übrig gebliebenes mitnehmen. Den ganzen Tag über wurden wir mit kostenlosen Getränken versorgt und haben am Ende auch die Rezepte in einem kleinen Booklet mitbekommen. Sehr gelungen, gerne wieder!

 

Alle Jahre wieder: Amphi-Festival

Seit nun schon vielen Jahren ist der Besuch des Amphi Festivals in Köln mit Freunden fester Bestandteil meines Sommerurlaubs. Der Kölner Tanzbrunnen, die schwarze Szene und die auftretenden Musiker versprühen eine ganz besondere Atmosphäre für meine Begleiter und mich. Auch dieses Jahr wusste das Festival, trotz des in meinen Augen auf dem Papier schwächeren Lineups, vollends zu überzeugen. Auch wenn einige Auftritte auf der Mainstage unter technischen Schwierigkeiten zu leiden hatten (soweit ich es mitbekommen habe, sind die Monitorboxen desöfteren nicht korrekt eingestellt gewesen), war der Sound insgesamt gut. Die Auftritte von Eisfabrik, VNV Nation und vor allem Combichrist waren spitze. Einziger wirklicher negativer Punkt: Die Orbit Stage auf der MS Rhein Energie musste wegen Niedrigwasser auf die andere Rheinseite verlegt werden. Shuttlebusse, die alle 15 bis 20 Minuten zwischen Tanzbrunnen und Anlieger verkehrten, machten aber auch das erträglich. Ein vielfältiges Angebot an Speisen, Getränken und Merchandise rundete das Wochenende ab. Um sich selber einen Eindruck zu verschaffen, empfehle ich die Fotogallerien auf der offiziellen Amphi-Webseite.

Stay Forever in der Stadtbibliothek Köln

Ich höre schon seit vielen Jahren den wunderbaren Podcast Stay Forever von den beiden ehemaligen Gamestar-Redakteuren Gunnar Lott und Christian Schmidt. Auf Grund ihrer sehr erfolgreich verlaufenden Patreon-Kampagne, machten sie ihren Fans im Juli einen oft geäußerten Wunsch wahr und gingen auf eine kleine Live-Tour durch Deutschland. Köln war am vergangenen Freitag die fünfte von insgesamt sieben Stationen und ich war dabei.

Mit der Stadtbibliothek Köln nahe des Neumarkts und der Schildergasse haben die beiden Podcaster einen durchaus nicht alltäglichen Ort für derartige Veranstaltungen gewählt – dachte ich zumindest. Wie die knapp 150 Zuschauer im komplett gefüllten Veranstaltungssaal schon zu Beginn der Veranstaltung erfuhren, ist dafür die Event-Reihe geeks@cologne verantwortlich. Unter diesem Titel organisiert die Stadtbibliothek Köln seit 2012 diverse Events und Workshops zu den Themen Technologie, Netzkultur und Games. Eine großartige Sache, wie ich finde!

Nachdem Gunnar Lott und Christian Schmidt die Bühne betreten hatten und die etwas verhaltene Stimmung in den ersten fünfzehn Minuten gut zu lockern vermochten, begann ein Feuerwerk an persönlichen und beruflichen Anekdoten der beiden. Die Bedeutung von Computerspielen in ihrer Kindheit und Jugend und das unterschiedliche Herangehen der beiden an Spiele – besonders eindrucksvoll an einem Sarkophag-Rätsel eines Textadventures verdeutlicht – nahmen einen großen Teil der knapp 90-minütigen Show ein. Auf dem Sarkophag-Rätsel aufbauend, gingen die Podcaster auf weitere absurde Rätsel aus Spielen wie z.B. A Hitchhiker’s Guide to the Galaxy (Erlangen des Babelfisches) oder The Longest Journey (Angeln eines Items aus einem Brunnen) ein.  Erzählungen von Gunnars Erfahrungen als spieleaffiner Vater mit seiner Tochter und Ausführungen zu Christians Spielesammlung (die langsam aber sicher das gesamte Haus der Eltern einnimmt) rundeten zusammen mit einem Publikumsquiz und gespielten Spiele-Pitches zu Pacman in verschiedenen Jahrzehnten von den Achtzigern bis heute den unterhaltsamen Abend ab. Außerdem gab es für einige Leute Gratispizzen vom Sponsor – den Entwicklern des „natürlich besten Pizzaspiels der Welt“ ;-).

Am Ende standen die beiden auch noch für Fotos und Autogramme am Merchandise-Stand bereit. Ein schöner Abend unter Gleichgesinnten!

Unterwegs mit der Nukularmee

Vorgestern Abend war ich zu Besuch bei der „Zurück Gespult“-Tour von Radio Nukular in Bochum. Radio Nukular ist ein Podcast-Projekt, welches Mitte 2014 von Christian Gürnth (gameswelt), Max  „Rockstah“ Nachtsheim und Dominik Hammes (Medien-KuH) ins Leben gerufen wurde. Die drei beschäftigen sich hauptsächlich mit Themen wie Comics, Filmen, Videospielen, Spielzeug und anderen Produkten, die sie seit Kindheitstagen konsumieren. Dazu passt auch der Untertitel des Podcasts: „Der Vergangenheitsbewältigungspodcast“. Mittlerweile ist das Projekt zum Netzwerk angewachsen, das mehrere Podcast-Projekte aus dem näheren Umfeld der drei Gründer vereint.

Und nun also eine Live-Tour quer durch Deutschland. Ich war gespannt, was mich da erwarten würde – die Berichte aus der letztjährigen Mini-Tour hörten sich sehr vielversprechend an. Donnerstag bin ich direkt nach der Arbeit los Richtung Bochumer Christuskirche (auf dem Ticket steht tatsächlich „Sitzplatz: Kirchenbank“); da ich trotz massiver Probleme bei der Parkplatzsuche (die gesamte Bochumer Innenstadt ist eine einzige Baustelle) schon gegen 17:50 mein Auto abgestellt hatte, hatte ich noch einige Zeit totzuschlagen. In der Nähe des City Points gab es erstmal einen Burger mit Pommes zum Abendessen.

Der Einlass zur Show begann zwar erst um 19 Uhr, jedoch bildete sich schon einige Zeit vorher eine Schlange, die noch bis zum Bochumer Ring von der Kirche aus weg wachsen sollte. Ich war relativ früh da und stand im vorderen Drittel. Allerdings galt es dann auch noch gut eine Dreiviertelstunde auf den Einlass zu warten. Ich sage mal so: Noch etwas länger und ich wäre vermutlich erfroren. Dafür konnte ich in der – leider nur sehr spärlich beheizten – Kirche in der dritten Reihe Platz nehmen. Die drei Protagonisten des Abends betraten pünktlich gegen 20 Uhr die Bühne. Was folgte war eine muntere Mischung aus persönlichen Anekdoten, jeder Menge Nerd-Kram und allerlei Insidern; alles rund um das zentrale Thema Videotheken (die Bühne war aufgemacht wie eine) und VHS-Kassetten. Das Sympathische: Man merkte den dreien ihre Nervösität richtig an – bis auf Max sind sie schließlich das Agieren auf der Bühne vor Publikum nicht gerade gewohnt. Noch nervöser war allerdings der freiwillige Helfer aus dem Publikum, welcher sich nicht nur einem knallharten Interview von „Radio Kugelblitz“-Star Benny Borg stellen musste, sondern die drei Podcaster auch während der Show mit Soundeffekten und Körperkraft (beim Umräumen) unterstütze. Die drei haben zu Beginn gesagt, dass der Freiwillige ein dickes Fell haben müsse – dies hat sich bestätigt: Er war Projektionsfläche für allerlei Vorurteile, derbe Witze und mehrdeutige Anspielungen (insbesondere bezüglich seines Migrationshintergrundes). Wer die Jungs nicht kennt, dem könnte das ein wenig übel aufgestoßen sein. Chem (so der Name des Freiwilligen) besaß aber das besagte dicke Fell und auch die geschenkte WiiU am Ende der Show dürfte ihn ausreichend entschädigt haben.

Das Bühnenprogramm wirkte nicht nur bezüglich Chem sehr spontan, aktuell und auf den Abend bezogen, sondern auch die Location bekam ihr Fett weg: Witze über das Ruhrgebiet und die Institution Kirche trugen ebenfalls zu einer sehr guten Stimmung bei. Und dann war da natürlich noch viel mehr, was ich hier nur kurz anreissen kann: Anschauen von herrlich trashigen (real existierenden!) VHS-Trailern, das Vortragen eines Hörspiels und das „Schweden“ (Nachdrehen eines Filmsplots mit begrenzten Mitteln) von Braveheart – siehe auch hier (ein Video von Bochum existiert leider noch nicht außerhalb Snapchats).

Fazit: Mir hat es riesigen Spass gemacht, die drei mal live zu erleben. Als Andenken habe ich mir auch direkt mal ein Plakat am sich schnell leerenden Merchandise-Stand besorgt. Tour 2017? Gerne wieder.

Sommerzeit ist Pausenzeit

Es ist Sommer und seit kurzem habe ich auch noch Urlaub. Daher gibt es hier momentan nicht viel Neues :-).

Amphi Festival
Irish Pub
Mittagspause
02
Villen des Wahnsinns
01

Streetfood Festival Duisburg

Das Streetfood Festival 2016 im Landschaftspark Nord

Ich war heute beim Streetfood Festival in Duisburg. Im Landschaftspark Nord hatten sich rund dreißig verschiedene Foodtrucks mit Speisen aus aller Herren Länder zusammengefunden und boten ein mannigfaltiges Angebot an Köstlichkeiten. Das gute Wetter sorgte für einen gelungenen Tag. Anbei meine kleine Auswahl an Verköstigungen; auf Grund der doch teilweise recht üppigen Preise konnte man leider auch nicht alles probieren. Eines steht aber fest: Pulled Pork und Pulled Beef haben ihren Zenit erreicht – beinahe jeder Wagen hatte etwas derartiges im Sortiment. Ein Klick auf die Bilder öffnet die Galerie mit weiterem Text und größerem Bild. Guten Hunger!

Zu Gast bei Schulz und Böhmermann

Heute Abend wird die erste Folge der neuen Talkshow der bildundtonfabrik ausgestrahlt: Schulz und Böhmermann ist der Nachfolger der 2012 beendeten Sendung Roche und Böhmermann. An dem Konzept einer siebziger Jahre Talkshow in der nur Wasser oder Whiskey getrunken werden darf und in der Rauchen ausdrücklich erwünscht ist, wurde festgehalten. Minimalistisches Bühnenbild und Gäste, die man normalerweise nicht zusammen in einer Sendung vermutet, stärken den Wiedererkennungswert. Dazu gibt es spitz formulierte Vorstellungstexte (erdacht und vorgetragen von Sibylle Berg) und provokante Fragen von den beiden Gastgebern Olli Schulz und Jan Böhmermann. Den noch aus der Sendung mit Charlotte Roche bekannten Zensurknopf, welcher bei Betätigung alle Aussagen der Talkgäste mit einem Piepton überlagerte, ist einem leicht komplizierteren System gewichen. Ich hoffe, das kann ich nun aus meinen Erinnerungen korrekt rekonstruieren: Jeder Talkgast (und auch die Moderatoren) haben eine begrenzte Anzahl von Karten, mit welchen sie die die letzten 30 (oder waren es 60?) Sekunden aus der Sendung einfach rausschneiden können oder aber die nächsten 30 (bzw. 60) für die Ausstrahlung überspringen. Der Clou: Die Talkgäste können die Karten gegeneinander ausspielen, da sie für die gesamte Sendung gültig sind. Die Gäste dieser Sendung sind Kollegah, Jörg Kachelmann, Anika Decker und Gert Postel.

Ich war bei der Aufzeichnung dieser Sendung im Publikum und bin gespannt, wie nun schließlich das aussieht, was über den Bildschirm flimmert. Denn es gab durchaus die ein oder andere Panne und auch die Benutzung der Vor- und Rückspul-Karten sorgte am Tisch und in der Regie teilweise für Verwirrung. Ich hoffe es wird nicht zuviel geschnitten, denn die Show war von vorne bis hinten sehr unterhaltsam, hatte eine Menge hitziger Diskussionen und auch das Publikum war ziemlich aufgeladen – vor allem scheideten sich die Geister am falschen Oberarzt Gert Postel. Von mir gibt es eine Guckempfehlung – ab 20:15 Uhr im Zweiten Deutschen Internet ;-).

Long Time No See

Kurzes Lebenszeichen – Neben Arbeit, vielen neuen Spielen und privaten Terminen bleibt in letzter Zeit nur wenig Platz für neue Blogeinträge. Aktuell spiele ich vorrangig Fallout 4, Star Wars: Battlefront und meinen Dauerbrenner Rocket League. Privat stehen Konzerte, Geburtstage in der Verwandtschaft und Film- und Spieleabende auf dem Programm. So ist zum Beispiel unsere Descent-Runde nun kurz hinter dem ersten Intermezzo angelangt. Das sieht dann so aus – ein Fest für Brettspieler :). Ich hoffe dieses Jahr lässt sich noch die nächste Runde unterbringen!

descentIntermezzoWas die erwähnten Konzerte bzw. Veranstaltungen angeht: Samas Traum, Wanda und Schulz und Böhmermann schaue ich mir dieses Jahr noch live an. Letzteres ist eine Aufzeichnung, also erwartet zunächst keine Infos. Ansonsten versuche ich den Rest des Jahres hier etwas aktiver zu werden – spätestens im Winterurlaub sollte das ja wohl klappen.

.NET Usergroup im Ruhrgebiet

Ich habe während des Studiums und in den ersten Jahren meiner beruflichen Entwicklertätigkeit nicht sonderlich viel von sogenannten Usergroups wahrgenommen und auch nur selten solche Treffen besucht. Mein Bild veränderte sich, als ich vor einiger Zeit (es muss schon über anderthalb Jahre her sein) mit ein paar Kollegen an einem Treffen der CologneJS teilgenommen habe. Zum einen war ich begeistert von der Menge und Diskussionsbereitschaft der Teilnehmer. Zum anderen waren auch die Themen und Vortragsgäste hochkarätig. Besonders im Gedächtnis blieb mir Felix Geisendörfer, welcher dort Node.js und sein Nodecopter-Projekt vorstellte.

Vor einigen Monaten formierte sich nun in meinem Einzugsgebiet eine Usergroup, die auch noch thematisch voll zu dem passt, was ich beruflich tue. In den bereits stattgefundenen fünf Treffen der POTTnet war für jeden was dabei: Cross-Platform Entwicklung mit Xamarin, Vorstellung der Roslyn Compiler-Plattform, Azure, etc. pp.. Das nächste Treffen wird Ende Mai stattfinden und Holger Wendel wird einen Einblick in die Entwicklungsmöglichkeiten mit der Kinect V2 geben. Ich bin da sehr gespannt und werde – nachdem ich den letzten Termin nicht wahrnehmen konnte – diesmal wieder vor Ort sein.

Das Treffen findet Abends im Unperfekthaus in Essen statt –  sich das einmal anzuschauen schadet auch nicht :).

Gamescom 2014: Pilgerfahrt nach Köln

Das war die Gamescom 2014 (auf den breiten Fotos zu sehen ist der Haupteingang und die unglaublich große League of Legends Bühne); fast eine Woche Wahnsinn hat morgen ein Ende. Wie immer habe ich meinen Sommerurlaub um die Gamescom-Woche herum gelegt und hatte so auch dieses Jahr wieder die Chance die Messe ausgiebig zu verfolgen. Ich habe das ein oder andere heiß erwartete Spiel anspielen und auch einige – mir bisher unbekannte – Perlen entdecken können.



Ganz vorne kommen bei mir natürlich die Adventures (naturgemäß auf der Messe gut versteckt), und da habe ich mit Book of Unwritten Tales 2, Asylum und Dreamfall Chapters direkt drei von mir über Crowdfunding unterstützte Projekte angesehen. Ersteres (Link) hat auf mich den solidesten Eindruck gemacht – die Bremer Entwickler von King Art scheinen seit Teil 1 und den Vieh Chroniken nichts verlernt zu haben. Das Spiel sieht unglaublich stimmungsvoll aus, die Dialoge kamen natürlich und witzig daher und die wenigen gezeigten Rätsel (mit mehreren Lösungsmöglichkeiten!) lassen abermals auf eine sehr gelungene Fantasy-Persiflage hoffen. Asylum von Agustin Cordes ist nach Scratches das zweite größere Spiel des Spaniers (Link). Erst kürzlich hat er mit der Ankündigung, die eigene „Dagon“-Engine und somit auch Asylum komplett in Unity zu integrieren, für einigen Unmut bei den Backern gesorgt. Die Umstellung scheint jedoch rasch voran zu gehen und hat sich technisch auf jeden Fall gelohnt! Das, was den Zuschauern vorgespielt wurde, machte einen wesentlich hübscheren und dynamischeren Eindruck als die bisher zur Verfügung gestellten Backer-Videos. Da mich die Lovecraft-Horror-Thematik seit jeher extrem packt und das Ego-Adventure „Scratches“ mir schon einen wohligen Schauer über den Rücken jagen konnte, bin ich ebenfalls frohen Mutes. Und dann war da noch Ragnar Tornquist mit seinem Studio Red Thread Games und dem Abschluss der Trilogie um April Ryan: Dreamfall Chapters (Link). Der Norweger hat über anderthalb Millionen Dollar über Kickstarter gesammelt und will einen Nachfolger für seine vielfach ausgezeichneten Mammut-Adventures The Longest Journey und Dreamfall: The Longest Journey abliefern. Ich bin ehrlich: Bei mir hat das Projekt einen schweren Stand. Den ersten Teil der Trilogie halte ich für das beste Adventure nach der goldenen Ära des Genres in den neunziger Jahren; es gab bislang sehr wenig von dem Spiel zu sehen, das nun auf der Gamescom gezeigte hat mich technisch nicht überzeugt (sehr detailarm, rucklig) und es wurde angekündigt, den Releasetermin nicht halten zu können und das Spiel daher in mehrere Episoden aufzuteilen. Ich bin gespannt, war aber etwas ernüchtert und hoffe inständig auf eine würdige Fortsetzung. Weitere Adventures die noch genannt werden müssen sind auf jeden Fall Silence: The Whispered World 2 von Daedalic (Link) und das Remake von Gabriel Knight (Link) anlässlich des 20-jährigen Jubiläums (von Jane Jensens noch relativ junger Firma Pinkerton Road Studios). Achja, übrigens, Sierra wurde reaktiviert.

Das meiner Meinung nach schönste und stimmungsvollste Spiel ist übrigens auch ein Adventure (allerdings nicht klassisch Point and Click). Life Is Strange von Dontnod (z.B. Remember Me) ist eine Coming-Of-Age Geschichte, in welcher man in die Rolle der 20 Jahre alten Max schlüpft. Die Fotografie-Studentin kehrt nach fünf Jahren Abwesenheit wieder in ihren alten Heimatort zurück und trifft auf ihre alten Freunde. Diese haben sich allerdings in der Zeit ihrer Abwesenheit charakterlich sehr stark verändert und Max muss sie scheinbar erstmal völlig neu kennen lernen. Als ihre ehemals beste Freundin Chloe vom Verschwinden eines Kommilitonen erzählt, tuen sie sich zusammen, um in dem beschaulichen Heimatdorf Nachforschungen anzustellen. Das Interface und die Steuerung sind sehr minimalistisch und erinnern sehr stark an die Spiele von Quantic Dream (z.B. Heavy Rain) – allerdings ohne die nötigen Gamepad-Akrobatik-Künste. Einen leicht mystischen Touch bekommt die ganze Story als Max erkennt, dass sie die Fähigkeit besitzt, die Zeit bis einige Minuten in die Vergangenheit hinein zu beeinflussen und so für sich zu benutzen. Das Spiel soll laut Aussagen der Entwickler aber nicht ausschließlich auf Krimi und Mystik setzen, sondern vor allem die sozialen und zwischenmenschlichen Probleme der heranwachsenden Max in den Vordergrund rücken. Das gelingt, zumindest in der kurzen Präsentation: Ein Raunen geht durch das gepackte Publikum, als Max im Streit mit ihren Eltern eine Ohrfeige verpasst wird. Das Spiel scheint ein echter Geheimtipp der Messe zu sein. Hier eine kurze Präsentation des Spiels.

Auch bei den großen Blockbustern gab es Titel, die ich mir anschauen konnte. Allen voran sind da Bloodborne von From Software (Trailer) und The Evil Within, dem neuen Projekt von Shinji Mikami (Resident Evil; Gameplay). Das Art Design von Bloodborne finde ich einfach unwiderstehlich – Dark Fantasy kombiniert mit viel Klingen und Schußwaffen. Grandios. Nach der kurzen Anspielsession macht sich bei mir allerdings die Vermutung breit, dass es sich gar nicht – wie bei den Vorgänger-Projekten – um ein Rollenspiel handelt. Von Aufleveln, Ausrüstungsgegenständen oder Inventar war keine Spur zu sehen. Auch das gesamte Gameplay wirkt wie ein Devil May Cry oder Metal Gear Rising: Revengeance in Slow Motion. Man muss immer in Bewegung bleiben, ausweichen (abwehren ist nicht möglich) und geschickt zuschlagen bzw. schießen. Auch Kämpfe gegen größere Gegnergruppen scheinen keine Seltenheit zu sein. Die vielfältig zusammensteckbaren Klingen-Gewehr-Kombinationen machen aber einiges her. Ich freue mich drauf – ebenfalls auf das neue Spiel von Tango Gameworks: The Evil Within. Spielbar war in dem Third-Person-Survival-Horror-Spiel ein (vermeintlich) komplettes Kapitel aus der Vollversion. Das waren fast 45 Minuten! Beim persönlichen Anspielen war ich direkt von der Stimmung gepackt: Man ist unterwegs in einem Herrenhaus, was teilweise frappierend an das aus dem ersten Resident Evil Teil erinnert (was die Spielfigur auch mit einem „Das kommt mir bekannt vor, ich sollte mich hier etwas umsehen“ kommentiert). Die Kamera hängt dicht über dem Protagonisten, schwarze „Filmstreifen“ oben und unten beschränken das Sichtfeld weiter. Die Beleuchtung ist das, was am meisten ins Auge fällt; Schattenspiele überall in der Spielwelt, bedrohliches Schummerlicht und verschieden refelektierende Oberflächen. Sehr schön. Der Grusel kommt außerdem nicht nur aus dumpfen Jump-Scares, sondern baut sich langsam immer weiter auf – Soundkulisse, Schatten und Story entwickeln schon nach wenigen Minuten eine Sogwirkung.

In dem Zusammenhang hat mich auch die Ankündigung eines neuen Silent Hill Spiels mit dem Titel Silent Hills sehr gefreut. Die Namen versprechen viel: Regisseur Guillermo del Toro und niemand geringeres als Hideo Kojima tuen sich zusammen, um der schwächelnden Reihe einen neuen Anstrich zu verpassen. Der Protagonist wird von Norman Reedus verkörpert (z.B. Darryl aus Walking Dead oder Murphy MacManus aus Boondock Saints); hoffentlich wird das nicht einfach nur ein Publicity Stunt fürs Cover und das Spieler-Modell. Die schon jetzt auf der Playstation 4 anspielbare Teaser-Demo mit dem Titel P.T. lässt aber auf etwas richtig Großes hoffen. Grafik und Klangkulisse (habe es mit meinem 7.1 Headset gespielt) machen es fast unmöglich, das alleine in einem dunklen Raum zu spielen :-O. Hier kann man sich einen Eindruck verschaffen.

Ebenfalls sehr packend – aber bockschwer – beim Anspielen war Alien: Isolation bei Sega. Nach einer kurzen Einleitung vom Creative Lead Alistair Hope – welcher uns kurz den Bewegungs-Tracker und defensives Spielen näher brachte – und der Präsentation der Trailer ging es für mich an die Playstation 4 (XBox One und PC war ebenfalls möglich). Ziel auf der Map war es, einen Aufzug zu erreichen und auf dem Weg dahin dem Alien auszuweichen. Ich habe es nicht geschafft, zu clever hat sich das Alien angestellt: Es hört einen, schleicht sich an und täuscht Laufwege vor während es auf der Jagd ist. Trotz der lauten Kulisse ging mein Puls in die Höhe, als es mich unter einem Schreibtisch gefunden hat. Da blieb nur, den Flammenwerfer leer schießen und die Beine in die Hand nehmen, z.B. ab in einen Lüftungsschacht und hoffen dass das Alien die Spur nicht verfolgen kann. Wirklich grandios. Aus einigen Podcasts weis ich, dass man das wohl auch mit der Oculus anspielen könnte – vor lauter Anspannung wohl kaum auszuhalten. Hier gibt es das Level im Video.

Spiele, die ich vorher absolut nicht auf dem Schirm hatte, die aber mein weiteres Interesse geweckt haben sind No Man’s Sky, Evolve und Project Cars. No Man’s Sky (Link) wird von einem zehnköpfigen Team entwickelt und vereint ein theoretisch endlos großes Universum mit prozedural erzeugten Planeten mit Exploration- und Survival-Gameplay. Als Spieler erkundet man fremdartige Planeten, erforscht örtliche Flora und Fauna und reist mit seinem Raumschiff schließlich weiter. Der eigentlich Sinn oder das eigentliche Spielziel? Ich habe keine Ahnung und auch die Macher wollten in der Pressekonferenz nicht wirklich eine Antwort geben. Wenn ich allerdings daran denke, wie ich damals bei Morrowind ziellos umhergestreift bin ohne mit der Spielwelt in Interaktion zu treten, könnte mich auch das zeitweise fesseln. Aber zugegeben: Das Spiel interessiert mich vor allem aus technischer Sicht. Das zweite genannte Spiel – Evolve – kommt von den Turtle Rock Studios, einem Indie Studio, welches vor einigen Jahren von Valve für Left 4 Dead akquiriert wurde nun aber wieder eigenständig agiert. Bei diesem Multiplayer-Spiel schlüpft ein Spieler in die Rolle eines übermächtigen Monsters und muss es mit einem Team aus anderen Spielern aufnehmen. Es gibt verschiedene Monsterarten zum Spielen, sowie diverse Charakterklassen für das Koop-Team. Das Science-Fiction Setting hebt dieses Spiel von Left 4 Dead (was meiner Meinung nach in Grundzügen durchaus vergleichbar ist) ab und bringt frischen Wind in das Koop-Shooter-Genre. Trailer und Gameplay-Videos versprechen eine Menge Action – allerdings steht und fällt ein solches Spiel mit der Qualität der Maps, der langfristigen Balance und der Community, sodass ich mir hier noch kein Urteil erlauben will. Das Anspielen hat aber unendlich viel Bock gemacht. Project Cars (Link) ist ein neues Rennspiel-Projekt von ehemaligen Grid Programmierern. Grafik, Fahrphysik und Umsetzung der Strecken (Hockenheimring und Imola habe ich gespielt) haben mich direkt gepackt. Allein aus Neugier wird es für mich ein garantierter Kauf; da ärgere ich mich glatt ein wenig, bisher nur The Next Car Game gekannt und unterstützt zu haben.

Titel, die ich mir gerne länger angeschaut hätte, es aber zeitlich nicht oder nur kurz geschafft habe, sind:

  • Metal Gear Solid V: The Phantom Pain (laut Presse-Coverage grundsolide und mit jeder Menge Humor; außerdem war Hideo Kojima himself vor Ort!)
  • Witcher 3 (Grafisch beeindruckend, spielerisch laut Presse ebenfalls. Es gab wohl eine knapp einstündige Präsentation, aber die Schlangen waren leider viel zu lang.)
  • Until Dawn (Laut Presse ein richtiger Geheimtipp für die Playstation 4.)
  • Civilization: Beyond Earth (Werde ich mir sowieso holen.)
  • The Order 1886 (Kritische Stimmen wurden laut; böse Stimmen reden von einem belanglosen Deckungs-Shooter.)
  • Quantum Break (Auch in der Presse bisher nur sehr verhalten besprochen.)
  • Sims 4 (Das Spiel selber gab es nur in Form eines Videos, nur der Charaktereditor war spielbar. Dafür stelle ich mich nicht an.)
  • Batman: Arkham Knight (Das auf dem Großbildschirm gezeigte Gameplay-Material zeigte mehr vom gewohnt Guten und zwar Open World. Nehm‘ ich!)
  • Lords of the Fallen (Dark Souls aus Deutschland. Macht soliden Eindruck. Werde ich mir ansehen. Gameplay.)

Auf Grund der schieren Masse kann ich einfach nicht über alle Spiele schreiben. Auf Grund privater Präferenzen habe ich mir die Xbox One exklusiven Titel und den Microsoft- und Nintendo-Stand nicht näher angeschaut, auch EA und Blizzard habe ich bewusst größenteils außen vor gelassen. Letzteres allerdings nur, weil es diesmal nicht viel neues gab. Nichts gegen Blizzard – allein die Weltpremiere des Intros von Warlords of Draenor hat mir beim Anblick des Dunklen Portals eine Gänsehaut verpasst. Außerdem habe ich mir Sonys Morpheus (Video) nicht angeschaut – einen ausführlichen VR-Artikel will ich liefern, sobald mein DevKit2 der Oculus Rift in den nächsten Wochen angekommen ist :). Manche Spiele habe ich auch einfach nicht gefunden: Star Citizen und Syberia 3 blieben mir beispielsweise deshalb verwehrt.

Zuletzt noch ein Paar von mir gemachte Beobachtungen:

  • Gefühlt arbeitet so ziemlich jede Firma an einem Moba, in der Hoffnung League of Legends und Dota 2 einen Stück vom Kuchen abnehmen zu können.
  • Schwarze Balken oben und unten sind ein Must-Have für „filmisches Erleben“ im Spiel und haben keinesfalls mit eingesparten Hardware-Ressourcen zu tun (*zwinker*).
  • Der PC als Gaming Plattform ist wieder in aller Munde.
  • Mit „Seamless Multiplayer“ gewinnt man dieses Jahr garantiert jedes Buzzword-Bingo auf Präsentationen.
  • Q-Games hat das vermutlich verstörendste Projekt der Gamescom im Portfolio gehabt ;-).
  • Wenn ich sehe, was man für alte Komplettlösungsbücher so auf der Messe bezahlt bekommt (z.B. Final Fantasy X für 98 Euro), sollte ich meine kleine Sammlung auflösen und in den Ruhestand gehen.

Das größte Problem der Gamescom ist nach wie vor der riesige Andrang und große Menschenmassen. Einzig am Fachbesuchertag waren die Wartezeiten an den Ständen einigermaßen akzeptabel, auch wenn man dort anderthalb bis zwei Stunden für Spiele anstehen musste (z.B. ich bei The Evil Within). Außerdem sind zehn Euro für einen Parkplatz an der Messe und elf Euro für eine Frikadelle mit Pommes meiner Meinung nach unverschämt. Allerdings hat sich die Messeleitung und die Security diesmal wirklich ein Lob verdient: In und zwischen den verschiedenen Hallen wurden die Menschenmassen frühzeitig sehr gut über die äußeren Höfe und Seitentreppen gelenkt – ein massives Engegefühl kam bei mir dieses Jahr gar nicht auf.

Abschließen möchte ich nun aber mit ein paar bekannteren Leuten, die ich getroffen habe und – Fanboy wie ich bin – direkt mal um Fotos gebeten habe :).

dner sarazar