Unterwegs mit der Nukularmee

Vorgestern Abend war ich zu Besuch bei der „Zurück Gespult“-Tour von Radio Nukular in Bochum. Radio Nukular ist ein Podcast-Projekt, welches Mitte 2014 von Christian Gürnth (gameswelt), Max  „Rockstah“ Nachtsheim und Dominik Hammes (Medien-KuH) ins Leben gerufen wurde. Die drei beschäftigen sich hauptsächlich mit Themen wie Comics, Filmen, Videospielen, Spielzeug und anderen Produkten, die sie seit Kindheitstagen konsumieren. Dazu passt auch der Untertitel des Podcasts: „Der Vergangenheitsbewältigungspodcast“. Mittlerweile ist das Projekt zum Netzwerk angewachsen, das mehrere Podcast-Projekte aus dem näheren Umfeld der drei Gründer vereint.

Und nun also eine Live-Tour quer durch Deutschland. Ich war gespannt, was mich da erwarten würde – die Berichte aus der letztjährigen Mini-Tour hörten sich sehr vielversprechend an. Donnerstag bin ich direkt nach der Arbeit los Richtung Bochumer Christuskirche (auf dem Ticket steht tatsächlich „Sitzplatz: Kirchenbank“); da ich trotz massiver Probleme bei der Parkplatzsuche (die gesamte Bochumer Innenstadt ist eine einzige Baustelle) schon gegen 17:50 mein Auto abgestellt hatte, hatte ich noch einige Zeit totzuschlagen. In der Nähe des City Points gab es erstmal einen Burger mit Pommes zum Abendessen.

Der Einlass zur Show begann zwar erst um 19 Uhr, jedoch bildete sich schon einige Zeit vorher eine Schlange, die noch bis zum Bochumer Ring von der Kirche aus weg wachsen sollte. Ich war relativ früh da und stand im vorderen Drittel. Allerdings galt es dann auch noch gut eine Dreiviertelstunde auf den Einlass zu warten. Ich sage mal so: Noch etwas länger und ich wäre vermutlich erfroren. Dafür konnte ich in der – leider nur sehr spärlich beheizten – Kirche in der dritten Reihe Platz nehmen. Die drei Protagonisten des Abends betraten pünktlich gegen 20 Uhr die Bühne. Was folgte war eine muntere Mischung aus persönlichen Anekdoten, jeder Menge Nerd-Kram und allerlei Insidern; alles rund um das zentrale Thema Videotheken (die Bühne war aufgemacht wie eine) und VHS-Kassetten. Das Sympathische: Man merkte den dreien ihre Nervösität richtig an – bis auf Max sind sie schließlich das Agieren auf der Bühne vor Publikum nicht gerade gewohnt. Noch nervöser war allerdings der freiwillige Helfer aus dem Publikum, welcher sich nicht nur einem knallharten Interview von „Radio Kugelblitz“-Star Benny Borg stellen musste, sondern die drei Podcaster auch während der Show mit Soundeffekten und Körperkraft (beim Umräumen) unterstütze. Die drei haben zu Beginn gesagt, dass der Freiwillige ein dickes Fell haben müsse – dies hat sich bestätigt: Er war Projektionsfläche für allerlei Vorurteile, derbe Witze und mehrdeutige Anspielungen (insbesondere bezüglich seines Migrationshintergrundes). Wer die Jungs nicht kennt, dem könnte das ein wenig übel aufgestoßen sein. Chem (so der Name des Freiwilligen) besaß aber das besagte dicke Fell und auch die geschenkte WiiU am Ende der Show dürfte ihn ausreichend entschädigt haben.

Das Bühnenprogramm wirkte nicht nur bezüglich Chem sehr spontan, aktuell und auf den Abend bezogen, sondern auch die Location bekam ihr Fett weg: Witze über das Ruhrgebiet und die Institution Kirche trugen ebenfalls zu einer sehr guten Stimmung bei. Und dann war da natürlich noch viel mehr, was ich hier nur kurz anreissen kann: Anschauen von herrlich trashigen (real existierenden!) VHS-Trailern, das Vortragen eines Hörspiels und das „Schweden“ (Nachdrehen eines Filmsplots mit begrenzten Mitteln) von Braveheart – siehe auch hier (ein Video von Bochum existiert leider noch nicht außerhalb Snapchats).

Fazit: Mir hat es riesigen Spass gemacht, die drei mal live zu erleben. Als Andenken habe ich mir auch direkt mal ein Plakat am sich schnell leerenden Merchandise-Stand besorgt. Tour 2017? Gerne wieder.

Mir aus der Seele gesprochen

Der ein oder andere von euch kennt bestimmt den Podcast Sanft & Sorgfältig mit Jan Böhmermann und Olli Schulz. Wer ihn noch nicht kennt, der sollte das schleunigst ändern – denn es handelt sich um nichts anderes als den zur Zeit besten deutschsprachigen Podcast. Wöchentlich unterhalten sich die beiden über Gott und die Welt, mit viel Ironie, schwarzem Humor und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen. Doch diesen Blogeintrag habe ich nicht wegen dieses Hinweises geschrieben, sondern ich möchte ein (sinngemäßes) Zitat von Jan Böhmermann (u.a. auch Moderator des NEO MAGAZIN Royale) aus der gestrigen Sendung veröffentlichen. Wahre Worte!

„Als jemand der eine Sendung hat, die nicht so uncool ist, dass da keiner auftreten möchte und in der Bands theoretisch spielen können […], da ist das echt kritisch dass es nur eine große Plattenfirma gibt. Jetzt waren Bilderbuch da, die haben ein eigenes Label gegründet […] das bewundere ich immer. Wenn ein Künstler von ‚Universal‘ kommt, sag ich jetzt mal so: Standardmäßig verbieten die das einem, dass man das dann nachher ins Internet stellt. Ich weiss nicht warum und was das für eine anachronistische Grundhaltung ist, dass man einen Auftritt aus einer Fernsehsendung nicht ins Netz stellen darf. Gema? Das ist mir scheißegal mit wem das zu tun hat. Universal muss sehen, dass es attraktiv ist, die Künstler einzuladen. Ich habe keinen Bock darauf, wenn dann Universal sagt ‚Ja, unsere Künstler kommen. Die machen aber Voll-Playback, es sei denn ihr bezahlt 50.000 Euro für eine Backline mit leuchtenden Kabeln, weil der Künstler das so will.‘, dann sage ich als letzte Instanz in der Sendung ‚Ja, fickt euch – dann geht doch meinetwegen irgendwoanders hin. Es gibt bestimmt andere coole Sendungen, in denen man gerne auftritt als Musiker‘. Und auf der anderen Seite sich dann auf Podiumsdiskussionen so scheinheilig beschweren, dass es keine Auftrittmöglichkeiten gibt. Es gibt Auftrittmöglichkeiten, aber ich will einfach keine Playbacks in der Sendung haben; ich möchte nicht 80.000 Euro für einen Promo-Auftritt für eine neue Platte bezahlen und ich möchte nicht, dass die Sachen aus dem Netz gelöscht werden, die die Leute mit den Rundfunkgebühren bezahlt haben. Das soll einfach im Internet stehen. […] Das finde ich einfach asi. Und wenn du einen Universal-Künstler hast, der mit dir nur redet und noch nichtmal ein Lied singt, gilt das gleiche. Wir müssen dann irgendwelche Interviews löschen; und da sage ich dann halt ’ne Woche vorher ab, weil ich keinen Bock darauf habe ein Interview zu führen, was dann aus dem Internet verschwindet, weil die Plattenfirma das so will. Das ist anstrengend, wirklich anstrengend. Sollen solche Leute doch zu Halli Galli gehen, wenn die da Bock drauf haben mit denen rumzudealen. Ich finde das scheiße.“

Neue Motivation für Gitarrenspiel

Seit einer Woche bin ich nun im Besitz meiner eigenen E-Gitarre und stolz wie Oskar. Nachdem ich schon vor einem Jahr den Entschluss gefasst hatte, nochmal das Spielen auf der E-Gitarre zu erlernen, habe ich vor ein paar Monaten Leihgitarre und -verstärker bekommen. Diese Zeit über habe ich Bücher zum Spielen lernen benutzt, und zwar zwei meiner Meinung nach sehr gute: Garantiert E-Gitarre Lernen und Let’s Rock: E-Gitarrenschule für Ein- und Umsteiger. Nun, kurz vor Weihnachten, habe ich mich nach langen Überlegungen zum Kauf eigener Technik durchgerungen. Ein Standard Marshall-Verstärker mit üblichen Einstellungsmöglichkeiten und – ganz wichtig in einer Mietwohnung – Kopfhöreranschluss. Bei der Gitarre entschied ich mich nach einer Beratung im Fachgeschäft für eine Epiphone Les Paul Standard (Ebony) – auch laut Internet ein sehr solides Einsteigerinstrument und noch dazu die kleine Schwester meiner Traumgitarre: Einer Les Paul von Gibson. Plektren, Gitarrenkabel und sonstiges Zubehör kamen noch dazu.

Meine Erfahrungen mit dem autodidaktischen Erlernen eines Instruments sind zwiegespalten. Trotz Literatur und unendlich vielen Internetquellen ist man sich nie ganz sicher, ob man die Gitarre sauber hält, sich einen vernünftigen Stil aneignet und die Griffe richtig sitzen. In solchen Situationen würde ein Lehrer sicherlich viel bringen, selbst wenn er nur die Korrektheit des Erlernten bestätigen sollte. Ich habe mich allerdings erstmal gegen Musikschul-Unterricht entschieden, mit den genannten Büchern habe ich einen guten Einstieg gefunden. Mittlerweile bin ich jedoch an einer Stelle angelangt, ab der man nur durch viel Trainieren kleine Fortschritte erzielt – da ist Motivation für mich enorm wichtig. Das können die Bücher für mich nicht leisten.

Also orientierte ich mich Richtung Internet: Youtube, diverse Gitarren-Communities und Online-Musikschulen brachten mir aber ebenfalls nicht das gewünschte Feedback. Meine momentane Rettung: Rocksmith. Sehr gut aufbereitete Lehrvideos und eine riesige Songauswahl mit jeder Menge auf einen zugeschnittenen Übungen. Schwächen werden herausgearbeitet und gezielt durch ausgewählte Übungen ausgemerzt. Das direkte visuelle und auditive Feedback hat mir den Spaß am Lernen zurückgebracht und momentan übe ich mehr als noch vor einer Woche – und das auf meiner eigenen Gitarre, Ausreden gibt es nun keine mehr. Rock’n’Roll!

„Cloud bitte auf die Bühne!“ – Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call

Auf der Suche nach einem Musikspiel, welches so gut wie wirklich jedes Musikstück aus scheinbar allen Final Fantasy Teilen mit einem innovativen, abwechslungsreichen und fordernden Gameplay vereint? Dann seid ihr bei Theatrhythm Final Fantasy: Curtain Call richtig.

Das Spiel von Square Enix erschien im September für den Nintendo 3DS und ist ein Nachfolger zu Theatrhythm Final Fantasy, welches 2012 erschien. „Curtain Call“ bezeichnet den Vorgang, wenn Schauspieler nach einer Vorstellung noch einmal auf die Bühne zurückkehren um sich vom Publikum zu verabschieden. Doch dieses Spiel ist viel mehr als ein bloßes Schaulaufen bekannter Charaktere, Curtain Call übertrifft seinen Vorgänger in jeglicher Hinsicht um Meilen: Es vereint die Musikstücke des ersten Teils mit massenhaft neuen Stücken aus älteren und aktuellen Final Fantasy Spielen und Filmen und verpasst ihnen ein perfektioniertes Rhythmus-Gameplay und völlig neue Spielmodi.

Basierend auf dem Musikstück, welches man auswählt, spielt man in einem von drei möglichen Level-Typen: Event Music Stages (EMS), Field Music Stages (FMS) und Battle Music Stages (BMS). Letztere versetzen eine Gruppe von vier Charakteren in eine Abfolge von Kämpfen, die in ihrer Aufmachung stark an die Kämpfe aus klassichen Serienteilen erinnern. Jeder Charakter hat dabei seine eigene Eingabelinie, auf welcher ihm – passend zur Musik – die mit dem Stylus durchzuführenden Aktionen entgegen fliegen. Als Spieler steuert man alle vier Charaktere gleichzeitig. Das hört sich kompliziert an, ist es aber nicht, da die einzelnen Aktionen der Charaktere sich niemals überlappen. Field und Event Music Stages sind da wesentlich entspannter: In ersteren bewegt man sich mit einem Charakter über eine klassische Oberwelt und reagiert mit dem Stylus zu der meistens ruhigeren Musik. In den Event Music Stages spielt man bekannte Cutscenes aus den Spielen nach, versagt man allerdings beim taktgemäßen Durchführen der Stylus-Eingaben, bricht die Cutscene schneller ab als man gucken kann. In allen drei Leveltypen erhält man am Ende eine klassische Notenbewertung von S bis D gemäß seines Highscores und der ausgewählten Schwierigkeit; der Schwierigkeitsgrad von Leveln ist vorab auswählbar.

Bevor es aber losgeht erwartet einen ein richtig langes (nicht vertontes) Tutorial, welches einem die Stylus-Gesten, Spielmodi und Charakter-Attribute vorstellt. Ja, richtig gehört: Es gibt über fünfzig Charaktere aus den unterschiedlichsten Serienteilen zu Auswahl, welche über verschiedene Charakterwerte und Eigenschaften verfügen. Diese können durch das Spielen von Medley-Levels freigeschaltet werden, welche alle Stage-Typen miteinander kombinieren. Die Attribute der Charaktere bestimmen Dinge wie ihre Schlagkraft, das HP-Limit des Spielers, die HP-Regeneration oder aber erhöhen die Wahrscheinlichkeit zur Beschwörung bestimmter Dienerkreaturen und dem Auftreten von Limit-Breaks. All dies ist aber nicht mehr die Kirsche auf dem Kuchen, da sich das Spiel auch komplett ohne die Konfiguration dieser Dinge gut spielen lässt.

Ein Versus-Mehrspielermodus (lokal und über Internet) runden den unglaublichen Umfang des Spiels ab. Curtain Call ist mit soviel Liebe fürs Detail gemacht und jeder Song weckt in Final Fantasy Fans angenehme Erinnerungen, sodass ich es ohne weiter nachzudenken jedem Fan der Reihe empfehlen würde. Spielern, die bisher nicht mit Spielen der Final Fantasy Reihe in Berührung gekommen sind oder die diese Spiele nicht mögen, kann ich leider nichts weiter raten – dafür kann ich mich zu wenig in deren Rolle versetzen. Gesagt sei aber, dass Curtain Call auch als einfaches Rhythmus-Spiel funktioniert, wenn man alles andere ausblendet.

Ich spiele nun noch ein wenig und verabschiede mich mit dem offiziellen Trailer, welcher einige Spielszenen beinhaltet.

Dickes B, oben an der Spree

Ich bin seit gestern Abend zurück aus Berlin – anders als die Hinfahrt (anderthalb Stunden Stau kurz vor dem Berliner Ortseingangsschild) verlief die Rückfahrt problemlos. Es folgt eine Chronologie der Ereignisse.

Etwa gegen zwölf Uhr Mittags erreichten wir unser Hotel in Berlin-Köpenick. Dank eigenem Parkhaus war das Abstellen des Autos kein Problem. Das Hotel an sich war schön aufgemacht – der Eingangsbereich mit der Rezeption ging fließend in eine Bar/Lounge über, die durchaus zum Verweilen einlud. Das Zimmer an sich war hell, zweckmäßig und sauber. Ärgerlich war nur die Tatsache, dass der WLAN-Zugang extra kostet und stundengenau abgerechnet wird. Aber das Hotel wurde sowieso nur zum Übernachten benutzt, daher war das nicht schlimm. Nach kurzer Akklimatisierung ging es schließlich vor dem heiß ersehnten Pearl Jam Konzert in der Wuhlheide dann noch ein wenig in die Innenstadt. Rein in die Straßenbahn, Tickets gelöst und auf zum S-Bahnhof. Mit Tagestickets in der Hand ging es dann durch Köpenick über Ostkreuz und mit Schienenersatzverkehr (insgesamt scheint Berlin gerade eine Kopie von sich selber auf sich selber zu erbauen wenn man sich die unglaublich vielen Baustellen ansieht) näher ans Zentrum. Namentlich: Alexanderplatz.

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Der Alexanderplatz selber war … ein Platz, es herrschte reger Betrieb und die Sonne spiegelte sich in den gläsernen Hochhausfassaden. In einer spiegelte sich auf eindrucksvolle Weise eines der Wahrzeichen Berlins: Der Fernsehturm. Dieser steht direkt neben dem Bahnhof Alexanderplatz und besitzt eine kleine Parkanlage mit Springbrunnen und Rasenflächen. Wir schauten uns dort ein wenig um und kehrten dann in ein örtliches Schnellrestaurant ein, um unseren Hunger zu stillen und uns weiter zu orientieren. Auf Grund der Uhrzeit entschlossen wir uns, der Straße Richtung Museumsinsel, Berliner Dom und Unter den Linden erst morgen weiter zu folgen und uns langsam Richtung Wuhlheide aufzumachen. Auf dem Weg zum Bahnhof schauten wir noch am Neptunbrunnen vorbei und fuhren dann wieder Richtung Ostkreuz.

Was sich innerhalb des Zuges schon durch die erhöhte Anzahl an Pearl Jam T-Shirts andeutete, wurde dann an der Bushaltestelle für den Schienenersatzverkehr Gewissheit: Verdammt viele andere Konzertbesucher waren auch gerade auf dem Weg. In den vierten der schnell aufeinanderfolgenden Busse konnten wir dann schließlich einsteigen und sogar Sitzplätze ergattern. Während der Fahrt war ich mal wieder erstaunt darüber, an welche unzugänglichen Orte man scheinbar Graffitis anbringen kann – insgesamt gibt es in Berlin fast nichts, was kein irgendwie geartetes Graffiti aufgesprüht hat. Außerdem konnten wir einer Dame mit lautem Organ lauschen, wie sie am Handy zwanghaft versuchte sich mit jemandem „heimlich“ zu verabreden. Nach circa zwanzig Minuten war aber auch diese Fahrt vorbei und der Trott setzte sich vom Bus aus Richtung Bahnhof in Bewegung, nachdem wir vom Busfahrer mit „viel Spaß beim Fernsehschauen nachher“ verabschiedet wurden. Ich glaube er dachte wir seien zu einem Public Viewing der Fußball-WM unterwegs. Banause.

Nach nur einer Station kamen wir dann gegen 15:45 Uhr an der Wuhlheide an – zum Missfallen meiner schmerzenden Füße war es doch noch ein ganzes Stück in den Wald hinein zu laufen. Unterwegs standen am Wegesrand immer mal wieder Leute, die entweder Tickets suchten oder anboten. Schade dass diese Personengruppen sich nicht an den gleichen Ort stellten, so wären schnell alle Probleme gelöst gewesen und jeder zufrieden. Als wir am Eingang der Kindl-Waldbühne ankamen, warteten schon gut hundert Leute vor dem geschlossenen Tor. Wir waren zeitlich also wirklich passend angekommen; schnell wuchsen die Menschenmassen hinter uns den Waldweg entlang. Es waren Menschen aus allen möglichen Ländern da; es wurde spanisch gesprochen, italienisch, englisch und polnisch. Und als ich dem englisch sprechenden Verkäufer am Merchandise-Stand ungelenk versuchte das Wort „Schutzhülle“ auf englisch zu erklären, sagte dieser trocken: „Posterkartons gibt es nur innen“. Okay, schnell umdrehen und weg. Nachdem wir kurz nach siebzehn Uhr im Namen der Sicherheit befummelt und die Tickets überprüft wurden, ging es rein. Das Konzertposter – was mittlerweile in meinem Wohnzimmer hängt – gab es wie vom Verkäufer angekündigt in einer stabilen Poster-Röhre. Der Preis von dreißig Euro (mehr als ein T-Shirt) war allerdings relativ happig.

Wir entschieden uns für einen Platz mittig auf der Tribüne, wo wir einen schönen Blick auf die Waldbühne hatten. Die kommenden drei Stunden bis zum Konzertbeginn waren gekennzeichnet von Sorge um den Ladezustand der Handys, eloquenten Eis- und Brezelverkäufern (okay, eloquent war nur einer – aber der hätte durchaus auch im Teleshopping Waren anpreisen können) und der Suche nach der richtigen Sitzposition. Immer mal wieder wurden Laolas gestartet und „Eddie, Eddie“-Chöre ausgerufen. Kurz nach dem Sieg der deutschen Nationalmannschaft ging es dann um Punkt zwanzig Uhr los. Eddie, Mike, Stone, Jeff und Matt betraten die Bühne und läuteten das am Ende drei Stunden lange Konzert mit „Pendulum“ ein.

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Es war ein super Erlebnis, unglaublich wie sehr das Publikum bei jedem Lied mitging. Vor allem bei den schnellen Titeln waren nur wenige auf den Sitzen zu halten. Das kommentierte Eddie schon nach dem dritten Lied mit „Glad to see that you are already warmed up!“ und zwischendurch musste er die vorderen Reihen zur Rücksichtnahme und zum Platz lassen auffordern. Es folgte ein Querschnitt durch mehr als zwanzig Jahre Bandgeschichte. Klassiker wie „Even Flow“ und „Alive“ gab es ebenso wie neuere Songs aus dem aktuellen Album – etwa „Lightning Bolt“ und „Mind Your Manners“. Besonders gefreut habe ich mich über eines meiner Lieblingslieder: „All Those Yesterdays“ – als das angestimmt wurde konnte ich meinen Ohren kaum glauben, was für ein Glück dass sie es gerade hier und jetzt spielten! Mit „Sleight of Hand“, „Comatose“ und „Blood“ wurden auch Nachfragen aus dem Publikum erfüllt. Zusammen mit Jeff widmete Eddie in der zweiten Zugabe das Lied „Bee Girl“ einem kleinen Mädchen namens Mathilda, welches vorne in der ersten Reihe auf den Schultern ihres (vermutlich) Vaters begeistert winkte (ja, sie hatte große Ohrenschützer auf). Einzige Irritation, die ich aber auch erst im Nachhinein so richtig mitbekommen habe, war die Situation, wo Stone zum Singen aufgefordert wurde sich dann aber relativ ernst weigerte. Keine Ahnung was da los war, aber die fordernden Sprechchöre aus dem Publikum unterstützte er dann doch mit seinem Gitarrenspiel. Ebenfalls erwähnenswert ist Eddies Klettereinlage, bei der er während „Porch“ an der Bühnenseite ziemlich hoch hinaus kletterte; wenn man so live dabei ist, hat man doch ein etwas mulmiges Gefühl. Dem Berliner Ramones-Museum widmete die Band „Believe in Miracles“. Auch grandios fand ich Eddies herben Seitenhieb auf David Garret – er habe eine Videoaufzeichnung von einem grausligen Geiger hier gesehen, der sich wie eine extrem schlechte Bono-Kopie aufführte. Trotzdem habe er das Video zuende geguckt, da halt die Wuhlheide so schön wäre :D. Nach etwas über drei Stunden schloßen Pearl Jam dann die Show mit „Alive“, „Rockin‘ in the Free World“ und natürlich „Yellow Ledbetter“ ab. Was für eine tolle Erfahrung :). Kurzeindrücke von mir können hier eingesehen werden.

Zusammen mit einem Großteil der Zuschauer suchten wir uns anschließend unseren Weg raus aus der Wuhlheide und schließlich zurück Richtung Köpenick – das war durchaus weiter als ich dachte und mit schmerzendem Fuß, rutschender Hose und großem Poster im Arm gestaltete sich das alles etwas aufwändiger als gedacht :D. Im Hotel ging es dann ins Bett und nach erholsamer Nacht – nur kurz durch eine scheinbare Schlägerei auf der Straße vor dem Fenster unterbrochen – ging es dann gegen 9:30 Uhr weiter.

Nach dem Auschecken und dem Verstauen der Koffer im Auto ging es dann wieder mit dem ÖPNV Richtung Alexanderplatz. Vorbei an einer Trabbi-Limousine und unzähligen Verkaufsständen mit DDR/Sowjetunion-Artikeln (wer kauft das denn alles?!) ging es geradewegs zum Frühstück in die vom Vortag bekannte Burgerbraterei. Gestärkt und durch einen Eis-Smoothie gekühlt (das Wetter war die gesamten zwei Tage schön sonnig und um die 20 bis 24 Grad) ging es Richtung Museumsinsel. Man kommt an so unglaublich vielen Sehenswürdigkeiten vorbei, dass ich sie hier gar nicht alle auflisten kann. Berliner Dom, Pergamon-Museum, Humboldt-Universität, Brandburger Tor, Holocaust Mahnmal, Reichstag, etc. etc.. Dem Tipp einer Bekannten folgend waren wir auch kurz im Rittersport-Haus; um unnötige Schlepperei zu vermeiden verzichteten wir aber auf den Kauf von Schokolade. Mir persönlich war es auch zu warm dafür.

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Nachdem wir am Pariser Platz vor der amerikanischen Botschaft überraschenderweise nicht wegen Terrorverdacht erschossen wurden, konnten wir unseren Weg durch das (leider wegen der Fußball-WM-Bühne abgesperrte) Brandenburger Tor fortsetzen und der momentan für den Autoverkehr gesperrten Straße des 17. Juni Richtung Siegessäule folgen. Auf Grund der noch laufenden Fußball-WM können wir nun behaupten, auch schon mal Besucher der offiziellen Fanmeile gewesen zu sein. Gelaufen sind wir dann bis zum sowjetischen Ehrenmal am Tierpark, von wo aus wir dann zum Reichstag spazierten. Dieser ist wesentlich größer als ich ihn mir aus Bildern und Videos vorgestellt hatte. Der große Platz davor war gut besucht, Menschenketten – wartend auf die Führung durch das Gebäude – schlängelten sich über den Rasen. Nur wenige Meter entfernt befindet sich das Kanzleramt, an dem wir (nach einer kurzen Verschnaufpause am Rande des Reichstages) vorbeispazierten um zum Hauptbahnhof zu gelangen. Ich hätte nicht gedacht, dass viele der Sehenswürdigkeiten in Berlin so nahe beieinander liegen. Wir sind am Alexanderplatz gestartet und sind von dort aus einfach nur gelaufen; bei gutem Wetter, wie wir es hatten, ist das unschlagbar.

Vom Hauptbahnhof aus fuhren wir schließlich über Alexanderplatz, Ostkreuz und Schöneweide zurück nach Köpenick und zwei ereignisreiche Berlin-Tage neigten sich dem Ende. Mit dem Auto kamen wir gut aus der Stadt raus und sobald man auf der A2 ist muss man mit dem Ziel Ruhrgebiet ja sowieso nur geradeaus fahren.

Schön war’s :).

Pearl Jam: Meine Wunsch-Setlist

Nicht mehr lange, dann bin ich zum ersten Mal auf einem Konzert von Pearl Jam. Ich habe meine Gedanken einmal schweifen lassen und präsentiere hier meine Wunsch-Setlist für den Abend. Über auch nur einen einzigen von den fett gedruckten Titeln würde ich mich extrem freuen :).

MAIN SET
Pendulum
Mind Your Manners
Do The Evolution
World Wide Suicide
In My Tree
Wishlist
Last Kiss
Immortality
All Those Yesterdays
Rearviewmirror
Wash
Leash
State of Love And Trust
Rockin‘ in the Free World
Alive

ENCORE 1
Black
Elderly Woman Behind the Counter in a Small Town
Betterman
Smile
Down

ENCORE 2
Red Mosquito
Kick Out the Jams
Baba O’Reilly
Yellow Ledbetter

 

Podcast-Update 2014

Leute, die mich kennen, wissen, dass ich jede freie Minute mit Kopfhörern in den Ohren verbringe und Podcasts höre. Ich habe den heutigen Abend dazu genutzt, meine Abos auf dem iGerät neu zu sortieren und nicht mehr gehörtes gnadenlos rauszuschmeißen. Am vorletzten Tag meines Urlaubs gibt es nun von mir ein paar Tipps, eventuell ist auch etwas für euch dabei:

  • Sanft und Sorgfältig. Satirischer, zynischer und schwarzhumoriger Podcast von niemand geringerem als Jan Böhmermann und Olli Schulz. Jede Woche reden die beiden über das aktuelle Zeitgeschehen, immer mit einer großen Portion Gesellschaftskritik. Da das Ganze eine Radiosendung ist, rufen zwischendurch auch immer mal wieder Hörer an, die mit in das Gespräch eingebunden werden. Mein momentan absoluter Lieblingspodcast.
  • Stay Forever. Im meist monothematischen Podcast der beiden (Ex-) Spielejournalisten Gunnar Lott und Christian Schmidt werden Spiele-Klassiker (auch Exoten) sehr detailliert besprochen. Vor allem das fundierte Fachwissen der beiden, die vielen Einblicke in die Branche und Erzählungen von der ein oder anderen lustigen, thematisch passenden Geschichte machen den Podcast überaus hörenswert.
  • GameOne Plauschangriff. Der relativ bekannte Podcast der GameOne-Crew. Ob Videospiele, Serien, Spielemessen oder Filme – alles kann zum Thema gemacht werden und findet mit der wechselnden Besetzung zu jedem Thema die geeigneten Gesprächspartner. Man merkt, dass die Macher schon jahrelang zusammen arbeiten und moderieren und mit unglaublichem Herzblut bei der Sache sind. So kann ein einzelner Podcast schonmal gut die Laufzeit von fünf Stunden sprengen.
  • Celluleute. Ein Filmpodcast, der neben aktuellen Filmbesprechungen auch mitunter interessante Specials zu bestimmten Themen anbietet. Sympathische Moderatoren, solides Filmwissen und interessante Gäste haben mich dazu gebracht, diesen Podcast zu abonnieren.
  • Flimmerfreunde. Der Filmpodcast von Bernd Begemann, Ben Shadow und Kay Otto behandelt in den meisten Folgen aktuelle Filme aus dem Kino und schafft einen Bogen zu ähnlichen Filmen aus der nahen und fernen Vergangenheit. Der Podcast strotzt vor technischem Fachwissen und enormem Film-Nerdtum. Für mich, auch auf Grund der klaren Worte und Meinungen zu Filmen, der beste Film-Podcast. Ich gebe allerdings zu, dass sich Neu-Hörer erstmal an die drei Moderatoren gewöhnen müssen, ehe sie sie ins Herz schließen werden.
  • Stevinho Talks. Der wöchentliche Podcast von Steve Krömer behandelt sowohl Spiele- und Filmthemen, als auch allerlei Themen aus dem alltäglichen Leben. Besonders gut gefällt mir die Rubrik mit dem Beantworten von eingesendeten Leserbriefen.
  • Insert Moin. Dieser tägliche(!) Podcast über Spiele behandelt aktuelle Spiele in kompetent gefüllten zehn bis maximal dreißig Minuten. Ursprünglich bekannt als „Breakfast at Manu Spielt’s“ ist er nun mit dem neuen Namen bei Superlevel zu finden. Gehört bei mir täglich zum Pflichtprogramm.
  • Indie Fresse. Ebenfalls ein Podcast von Superlevel. Thematisch dreht sich der etwa einmal im Monat erscheinende Cast um Indie-Spiele aller Coleur sowie die Szene an sich.
  • Spiele-Podcast. Der meiner Meinung nach beste deutsche Podcast über Brett- und Gesellschaftsspiele. Aktuell, kompetent und äußerst sympathisch.
  • Serienjunkies. Unregelmäßig erscheinender Podcast zu allerlei Serien. Zeichnet sich, wie auch die Webseite, durch seine enorme thematische Breite aus, wobei bei einzelnen Themen auf Grund des großen Podcast-Teams sehr wohl in die Tiefe gegangen werden kann. Sehr zu empfehlen sind meiner Meinung nach die Episoden über The Walking Dead und Breaking Bad.
  • Alternativlos. Der Podcast über „Politik, Technik, Verschwörungstheorien und was uns sonst noch so in den Sinn kommt“ von Blogger Fefe und CCC-Sprecher Frank Rieger. Alternative, ungefilterte Ansichten auf mehr oder weniger aktuelle Themen. Hochinteressant und mit sehr hochkarätigen Gästen.
  • The Pipeline. Dieser englischsprachige Podcast von Dan Benjamin setzt sich zur Aufgabe, in jeder Ausgabe eine Person zu interviewen, die etwas besonderes erfunden hat. Meist geht es um technische Themen, seltener um die Gesellschaft und Kultur im allgemeinen.
  • Herding Code. Ein allround Podcast für Entwickler – ist thematisch nicht festgelegt und erscheint wöchentlich. Meiner Meinung nach einer der besten Podcasts zum Thema Softwareentwicklung.
  • .NET Rocks!. Eine Audioshow mit ständig wechselnden Interviewpartnern für professionelle .NET-Entwickler.
  • The Giz Wiz. Der neueste Podcast in meiner Liste, dort muss ich mich für ein endgültiges Fazit noch etwas mehr einhören. Gemacht wird der englischsprachige Podcast von MAD-Redakteur Dick DeBartolo, welcher vor allem über allerlei technische Spielereien und Gadgets spricht, deren Sinnhaftigkeit man zumindest mal in Frage stellen könnte.

Eingeschlagen wie ein Blitz

Ich weiß, ich bin etwas spät dran. Aber erst jetzt in meinem Urlaub komme ich zu einer Menge Sachen, die ich schon länger Mal geplant habe. Es geht um die aktuelle Platte von Pearl Jam: „Lightning Bolt“, erschienen im Herbst diesen Jahres.

Auch wenn das Album in der Fangemeinde durchaus stark diskutiert wird, halte ich es für eines der besseren von Pearl Jams letzten Veröffentlichungen. Nach der „Avocado“ von 2006 und Backspacer von 2009 hat sich die Band in den vergangenen Jahren mehr auf einige Solo-Aktivitäten und die dokumentarischen Filme konzentriert; die neue Platte wurde heiß erwartet. Und lieferte letztendlich eine gute Mischung aus Balladen, schnellen und langsamen Rocksongs und punkigen Stücken. Jeder Song für sich verkörpert für mich eine ganz bestimmte Richtung, in die sich Pearl Jam in den letzten Jahren entwickelt hat. Das Album als Ganzes  ist unangepasst, enthält drastische Kritik an eingefahrenen Strukturen und längst überholten Institutionen; es ist ein unbequemes Album, eben das, was die Band seit Jahren auszeichnet. Wie auch auf den bisherigen Alben, steuerten alle Bandmitglieder Songs bei – auf meine Favoriten gehe ich im Folgenden ein.

Getaway (Eddie) ist ein uptempo Rocksong als Einstieg in das Album, wo vor allem das eindrückliche Bass-Spiel von Jeff hervorzuheben ist. Inhaltlich lässt sich der ganze Song mit „Leben und leben lassen“ zusammenfassen. Keine großartige Message, aber akustisch schön verpackt. Weiter geht es mit einer der Single-Auskopplungen aus dem Album: Mind Your Manners (Mike). Ein sehr schneller, punkartiger Song, der mich überrascht hat – von seiner musikalischen und textlichen Wucht.  Harte Kritik an Kirche und Gesellschaft mit deutlichen Worten; zusammen mit dem grandiosen Artwork sowohl der Single als auch des Albums eine sehr schöne eindrückliche  Aussage.  Ein weiterer erwähnenswerter Song ist meiner Meinung nach Lighting Bolt, das Stück welches dem Album seinen Namen gibt und hinter dem sich eine schöne Liebesgeschichte verbirgt. Sehr melodiös und mitreißend mit schönen Gitarrenzwischenspielen von Mike und Stone. Für mich ganz klar auf einer Stufe mit Force of Nature von 2009.

Sleeping By Myself wurde von Eddie ursprünglich für seine Solo-Ukulele-Platte geschrieben und eingespielt, wird hier aber nochmal mit der ganzen Band performed. Eine gute Entscheidung, das ganze Lied kommt so wesentlich mehr zur Geltung – und die Ukulele bleibt trotzdem erhalten. Ein ermunterndes Lied, welches eine Aufbruchstimmung vermittelt und sich thematisch um die Gefühlswelt der ersten Tage nach der Trennung von seinem Partner dreht. Schön.  Zuletzt bleibt mir da noch Swallowed Whole, welches musikalisch wie eine Fusion aus den Alben Binarual und Riot Act anmutet. Klarer Gesang, akustische Gitarren mit elektronischen Pendants gemischt und solide Drums im Hintergrund.

Ich brauchte meine Zeit, mich mit dem Album anzufreunden – aber das brauchte ich seit Riot Act ehrlich gesagt immer. Pearl Jam hat sich entwickelt, würden sie heute noch über die gleichen Themen musizieren wie einst in Ten, Vs. oder Vitalogy müssten sie sich verstellen. Gute Künstler verarbeiten ihre eigenen Erfahrungen und Empfindungen in ihren Werken – somit entwickelt sich Pearl Jams Musik mit ihnen und bleibt nicht an einem Punkt stehen, wiederholt sich nicht. Die Klassiker bleiben dem Rezipienten ja nach wie vor erhalten; da passt auch ein Zitat von Eddie ganz gut: „Worship the music, not the musician.“

P.S.: Wer Pearl Jam trotzdem ein bisschen feiern will kann sich um Karten für die Berliner Wulheide im Juni bemühen, denn da geben die Herren dieses Jahr ihr einziges Deutschlandkonzert – ich werde wohl auch zugegen sein :).

Elektrische Gitarren

Schon seit einigen Monaten gehe ich mit der Idee schwanger, Gitarre zu lernen. Ich fand es schon immer schade, dass ich kein Instrument spiele, konnte mich aber bisher nicht dazu durchringen mit dem Lernen zu beginnen. Die vergangenen Wochen ist der Gedanke gereift und ich stehe kurz davor anzufangen. Eine Menge Literatur und Internetseiten habe ich mir schon durchgelesen, um überhaupt herauszufinden, wie ich anfangen soll. Und dann sind da auch noch so grundlegende Fragen wie: Klassik-, Akustik- oder E-Gitarre? Autodidaktisch oder mit der Hilfe eines Lehrers und Unterricht? Geht das alles komplett ohne Lesen von Noten? Welche Einsteigergitarre ist die Beste? Und und und … eine ganze Menge, über was man sich Gedanken machen sollte.

Als erste Erleichterung fand ich heraus, dass man – anders als ich immer dachte – durchaus mit der E-Gitarre anfangen kann. Es sogar empfohlen wird, wenn man schon fortgeschrittenen Alters ist und ausschließlich diese spielen möchte, da sich das Spiel durchaus unterscheidet und man durch das vorherige Lernen der Akustik-Gitarre nochmal einiges Umlernen müsste. Ich habe so Sachen aufgeschnappt, dass z.B. bei Akustik-Gitarren die rechte Hand wesentlich mehr gefordert ist, während bei der E-Gitarre mehr die linke Hand beansprucht wird. Über den Wahrheitsgehalt lässt sich nur spekulieren, aber die schiere Anzahl der Quellen lässt doch auf einen recht hohen Wahrheitsgehalt schließen. Für mich steht auf jeden Fall fest: Es soll E-Gitarre werden – bis auf den etwas höheren Anschaffungspreis gibt es für mich dort nichts, was dagegen sprechen würde.

Folglich gilt es nun eine Lernform zu finden, die zu mir passt und auch eine vernünftige Einsteigergitarre zu besorgen. Auch hier sind die Stimmen im Internet eindeutig: Probestunden nehmen und die unabhängige Meinung eines Gitarrenspielers zu einem Einsteigermodell herausfinden. Ich werde mich also demnächst mal im StartMusic in Duisburg umschauen und mich beraten lassen – eindeutig vorne bei den qualitativ guten Einsteigergitarren sind anscheinend die der Marken Yamaha und Ibanez; preislich bekommt man zwischen 200 und 350 Euro sehr gute Modelle. Dazu dann noch ein vernünftiger Verstärker, Plektrons und Ersatzsaiten. Ich werde mal schauen, wie mir die in der Hand liegen und wie ich mich beim Tragen fühle – ein Grund, warum eine Internetbestellung für mich auf jeden Fall nicht in Frage kommt. Davon wird ohnehin abgeraten – verständlich. Rein gefühlsmäßig rät die große Mehrheit zu einer Gitarre aus der Yamaha Pacifica Reihe – ich werde mich da mal weiter informieren.

Am Schluss noch eine Bitte an alle die Tipps und Ratschläge für mich haben: Schreibt mir diese bei Twitter :). Ich halte euch auf dem Laufenden.

Podcasts anyone?

Bei dem Wetter verbringt man, wenn man die Möglichkeit hat, mehr Zeit als sonst im Freien. Was bietet sich da mehr an, als dabei ein paar interessanten Podcasts zu lauschen? Hier mal ein paar meiner Favoriten:

  • Stay Forever. Im meist monothematischen Podcast der beiden (Ex-)Spielejournalisten Gunnar Lott und Christian Schmidt werden Spiele-Klassiker (auch Exoten) sehr detailliert besprochen. Vor allem das fundierte Fachwissen der beiden, die vielen Einblicke in die Branche und Erzählungen von der ein oder anderen lustigen, thematisch passenden Geschichte machen den Podcast überaus hörenswert.
  • GameOne Plauschangriff. Der relativ bekannte Podcast der GameOne-Crew. Ob Videospiele, Serien, Spielemessen oder Filme – alles kann zum Thema gemacht werden und findet mit der wechselnden Besetzung zu jedem Thema die geeigneten Gesprächspartner. Man merkt, dass die Macher schon jahrelang zusammen arbeiten und moderieren und mit unglaublichem Herzblut bei der Sache sind. So kann ein einzelner Podcast schonmal gut die Laufzeit von fünf Stunden sprengen.
  • The Ones Who Knock. Ein englischsprachiger Podcast, in dem die jeweils aktuelle Folge der Serie Breaking Bad detailliert besprochen wird. Mit einigen Hintergrundinformationen und Spezialgästen aus dem Serienumfeld.
  • Spieleveteranen. Produziert von einigen alten Spielejournalisten (u.a. Boris Schneider-Johne, Jörg Langer und Heinrich Lenhardt) behandelt dieser (meist) monatlich erscheindende Podcast sowohl aktuelle Neuigkeiten aus der Branche, als auch immer eine zehn bis zwanzig Jahre alte Spielezeitschrift.
  • Flimmerfreunde. Der Filmpodcast von Bernd Begemann, Ben Shadow und Kay Otto behandelt in den meisten Folgen aktuelle Filme aus dem Kino und schafft einen Bogen zu ähnlichen Filmen aus der nahen und fernen Vergangenheit. Der Podcast strotzt vor technischem Fachwissen und enormem Film-Nerdtum. Für mich, auch auf Grund der klaren Worte und Meinungen zu Filmen, der beste Film-Podcast. Ich gebe allerdings zu, dass sich Neu-Hörer erstmal an die drei Moderatoren gewöhnen müssen, ehe sie sie ins Herz schließen werden.
  • Stevinho Talks. Der wöchentliche Podcast von Steve Krömer behandelt sowohl Spiele- und Filmthemen, als auch allerlei Themen aus dem alltäglichen Leben. Besonders gut gefällt mir die Rubrik mit dem Beantworten der Leserbriefe mit Co-Moderatorin Anja.
  • Computer Club 2. Früher einer meiner Lieblingspodcasts, ist er mittlerweile nur noch ein Schatten seiner selbst. Die gefühlt immer gleichen Themen, Politik-Rants und ein zuweilen sehr verwirrt wirkender Moderator (insgesamt sind es drei) verleiden mir Woche um Woche mehr diesen eigentlich sehr sympathischen Podcast.
  • Breakfast at Manuspielt’s. Dieser tägliche(!) Podcast über Spiele behandelt aktuelle Spiele in kompetent gefüllten zehn bis maximal dreißig Minuten. Gehört bei mir täglich zum Pflichtprogramm.
  • Alternativlos. Der Podcast über „Politik, Technik, Verschwörungstheorien und was uns sonst noch so in den Sinn kommt“ von Blogger Fefe und CCC-Sprecher Frank Rieger. Alternative, ungefilterte Ansichten auf mehr oder weniger aktuelle Themen. Hochinteressant und mit sehr hochkarätigen Gästen.
  • The Pipeline. Dieser englischsprachige Podcast von Dan Benjamin setzt sich zur Aufgabe, in jeder Ausgabe eine Person zu interviewen, die etwas besonderes erfunden hat. Meist geht es um technische Themen, seltener um die Gesellschaft und Kultur im allgemeinen.
  • Herding Code. Ein allround Podcast für Entwickler – ist thematisch nicht festgelegt und erscheint wöchentlich. Meiner Meinung nach einer der besten Podcasts zum Thema Softwareentwicklung.
  • .NET Rocks!. Eine Audioshow mit ständig wechselnden Interviewpartnern für professionelle .NET-Entwickler.

Bestimmt habe ich den ein oder anderen Cast vergessen, da ich die Liste größtenteils aus dem Kopf erstellt habe. Daher wird es gegebenenfalls ein paar Nachtragungen geben. Habt ihr noch empfehlenswerte Podcasts? Immer her damit! 😉